Peredelkino: historische Schriftstellersiedlung bei Moskau
Kurzfakten zum Thema
- Eine Datscha kann einfaches Sommerhaus, Nutzgarten, dauerhafteres Wohnhaus oder repräsentative Residenz sein.
- Begriff, Nutzung und gesellschaftliche Bedeutung haben sich seit dem 18. Jahrhundert mehrfach verändert.
- Viele Angaben in diesem Bestand beschreiben historische Verhältnisse in Russland, Belarus oder der früheren Sowjetunion.
- Politische Funktionen, Eigentumsverhältnisse und Zugänglichkeit können heute anders sein.
- Für aktuelle Reisen sind offizielle Sicherheits-, Einreise- und Verkehrshinweise maßgeblich.
Die Datschensiedlung Peredelkino bei Moskau ist ein sehr bekannter Ort für drei Generationen von Menschen, die in der Sowjetunion aufgewachsen sind. Bekannt ist Peredelkino dadurch, dass hier zu verschiedenen Zeiten Schriftsteller und Dichter gewohnt und gearbeitet haben, die nicht nur in Russland, sondern auch weit über seinen Grenzen berühmt geworden sind. Babel, Pasternak, Ehrenburg, Ilf und Petrov – sie alle hatten hier ihre Datschen.
Die Idee, eine Datschensiedlung in Peredelkino zu bauen, gehörte Maxim Gorkij. Sie wurde von 100 Schriftstellern unterstützt. Aber ihr Geld reichte für die Schaffung eines vollwertigen Datschengenossenschaft nicht. Es wurde hier sehr langsam gebaut. Und dabei beeilte sich der Staat gar nicht, zu dem Bau der Datschen für kreative Intelligenz zuzuschießen. Schließlich ist es Gorki gelungen, die Behörden zu überzeugen, dass der Bau eines „Schriftstellerdorfes„ finanziert werden muss. Es sind 5 Jahre vergangen, bevor die ersten 30 Schriftsteller ihre Datschen fertig gebaut haben. Für das Geburtsjahr der Siedlung hält man das Jahr 1935.
Im Jahre 2005 hat Peredelkino sein 70-es Jubiläum gefeiert. Inzwischen ist hier ganz viel Lustiges und Trauriges geschehen. In den Jahren 1937-1938 wurden viele Besitzer der Datschen in Peredelkino verfolgt und erschossen. Schon im Jahr 1941, am Anfang des Krieges, war die Siedlung praktisch leer: die meisten Bewohner sind an die Front gegangen, alle anderen sind abgeschoben worden.
In den Nachkriegsjahren wurde die Siedlung weitergebaut. Hier gab es wie früher wieder viele interessante Persönlichkeiten und schreibende Dissidenten. In den 60-er Jahren wurde Peredelkino zum Zentrum der literarischen Boheme. Hier konnte man die Lieder von Okudshawa hören, hier hat auch Wassilij Aksjonow zum ersten Mal seine Romane vorgelesen.
Heute kann man in Peredelkino einige Vertreter der „60-er Bewegung“ treffen. Auch heute wohnt hier der Dichter Andrej Wosnessenskij, der einst gewagt hat, an einem Parteitag dem Generalsekretär Chruschtschow zu widersprechen. Vor kurzem wurde in der Siedlung das Bulat Okudshawa-Museum und das Museum des Nobelpreisträgers Boris Pasternak eröffnet.
In Peredelkino herrscht immer noch eine ruhige Atmosphäre der schöpferischen Freiheit, die seit den ersten Lebensjahren der Siedlung immer dabei war.
Historische Reise- und Kulturinformationen richtig einordnen
Dieser Text dokumentiert historische Beobachtungen und frühere Reiseerfahrungen. Angaben zu Zugänglichkeit, Grenzen, Verkehr, Unterkünften, Preisen oder politischen Funktionen können heute abweichen und sollten vor einer Reise über offizielle Stellen geprüft werden. Für die heutige Urlaubsplanung helfen die Hinweise zu Reisevorbereitungen, zur sicheren Buchung, zur passenden Reisezeit und zur Urlaubscheckliste.
Wer eine Unterkunft sucht, kann Ferienhäuser und Ferienwohnungen nach Lage und Ausstattung vergleichen. Weitere Perspektiven bieten die Beiträge zu Inselurlaub und zur Städtereise.
Häufige Fragen zu Datschen
Was bedeutet das Wort Datscha?
Der Begriff bezeichnet meist ein Land- oder Sommerhaus mit Grundstück. Seine genaue Bedeutung hängt von Zeit, Region und Nutzung ab.
Ist jede Datscha ein einfaches Gartenhaus?
Nein. Das Spektrum reicht vom kleinen saisonalen Haus bis zur ganzjährig nutzbaren Villa oder staatlichen Residenz.
Warum sind Gärten und Selbstversorgung wichtig?
Obst- und Gemüseanbau waren für viele Familien wirtschaftlich und kulturell bedeutsam. Die Rolle unterschied sich jedoch je nach Epoche und Haushalt.
Sind die genannten Orte öffentlich zugänglich?
Das lässt sich aus historischen Beschreibungen nicht ableiten. Zugänglichkeit und Sicherheitsbestimmungen müssen aktuell vor Ort geprüft werden.
Eignen sich die Texte zur heutigen Reiseplanung?
Sie dienen vor allem der historischen Einordnung. Aktuelle Reiseentscheidungen sollten auf offiziellen Informationen beruhen.