Hervás – jüdisches Viertel, Kultur und Natur
Unterkünfte in Hervás
Das Barrio Judío de Hervás ist in die Red de Juderías de España aufgenommen, geht auf das 13. Jahrhundert zurück und wurde als historisch bedeutsames Ensemble anerkannt. Seine steilen, engen Gassen und traditionellen Häuser mit großen Überhängen ziehen sich vom Platz hinab zum Fluss Ambroz und zur mittelalterlichen Brücke Fuente Chiquita. Für die Wahl einer Ferienwohnung in Hervás lassen sich Kultur, Wege, Feste und Küche als unterschiedliche Reiseinteressen nebeneinander betrachten.
Kultur und Geschichte
Im Zentrum der Ortsgeschichte steht das Museo Pérez Comendador-Leroux in der barocken Casa de los Dávila aus dem 18. Jahrhundert. Es zeigt Werke von Enrique Pérez Comendador und Madeleine Leroux sowie Stücke von Ángel Duarte, Eugenio Hermoso und Zuloaga in sieben Dauersälen und zwei Wechselsälen. Das Centro de Interpretación „Hervás, La Historia Recobrada“ behandelt die Geschichte des Ortes vom 11. bis zum 20. Jahrhundert. Zu den Themen gehören die ersten Siedlungen, die jüdische Gemeinschaft, religiöse Orden, traditionelle Architektur und die Erklärung zum Conjunto Histórico Artístico im Jahr 1969.
Das Centro de Interpretación del Ferrocarril befindet sich in einem sanierten ehemaligen Bahnhof und präsentiert eine industrieethnografische Ausstellung mit audiovisuellen Materialien und Informationstafeln. Einen anderen Akzent setzt das Museo de la Moto y el Coche Clásico mit amerikanischen klassischen Automobilen und klassischen Motorrädern. Auch der Puente de Hierro gehört als industrieethnografisches Kulturerbe und stillgelegte Eisenbahnbrücke zur Geschichte von Hervás.
Die Ermita de San Andrés stammt aus dem 14. Jahrhundert, liegt 1,5 Kilometer vom Ortszentrum entfernt und ist mit dem Santísimo Cristo de la Salud, dem Schutzpatron von Hervás, verbunden. Die Iglesia de San Juan Bautista, das ehemalige Kloster der unbeschuhten Trinitarier, besitzt einen zwischen 1744 und 1746 errichteten Hochaltar. Darauf sind die Heilige Dreifaltigkeit, die gekrönte Jungfrau Maria, die heiligen Agnes und Katharina, der Engel der Erlösung der Gefangenen, der heilige Johannes der Täufer von der Empfängnis, der heilige Felix von Valois und der heilige Johannes von Matha dargestellt. Die Iglesia de Santa María de Aguas Vivas wurde im 13. Jahrhundert als Verteidigungsbau gegründet; ihr Glockenturm enthält Reste des Turms der ehemaligen Burg.
Wege und Feste
Die Camino Natural Vía Verde de la Plata folgt der ehemaligen Eisenbahnstrecke Astorga–Plasencia und verläuft durch Hervás. Der „Callejero Turístico“ schlägt sechs selbstständig begehbare Spaziergänge vor: Sie führen durch historische Stadtbereiche, umfassen Erweiterungen mittlerer Dauer und erreichen aussichtsreiche Räume im Umland. In Hervás gibt es außerdem mehr als 200 Kilometer markierte Wege und kleinere Randrouten von ökologischem und landschaftlichem Interesse, die zu Fuß und mit dem Mountainbike genutzt werden können. Unterschiedliche Streckenlängen und Aktivitätsformen lassen sich so bei der persönlichen Tagesplanung miteinander vergleichen.
Die Oficina de Turismo de Hervás informiert über Besichtigungs- und Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung und berät bei der Auswahl geeigneter Routen und Aktivitäten für den Aufenthalt. Mit Los Conversos wird seit 1997 ununterbrochen ein Straßenkulturfestival veranstaltet, das sich der jüdisch-christlichen Geschichte von Hervás mit Theater, Musik und Gastronomie widmet. An einem langen Wochenende umfasst es im Barrio Judío außerdem einen Markt, Konzerte, Vorträge, historische Veranstaltungen, Ausstellungen, Verkostungen, gastronomische Vorführungen, Führungen und weitere Aktivitäten. Seit 2006 wird die zentrale Theateraufführung von Los Conversos an der Fuente Chiquita im Barrio Judío von Hervás aufgeführt.
Das Fest des heiligen Antonius findet am 17. Januar an der Kapelle des Heiligen statt. Zum Fest gehören eine kurze Prozession, die Segnung von Haustieren sowie ein Picknick mit dem traditionellen Bollo de tortilla, Chorizo und weiteren regionalen Gerichten auf dem Gelände der Einsiedelei. Bei der Prozession zum Fest des Heiligen Kreuzes wird der Cristo de la Victoria von der Kirche Santa María zur Ermita de San Andrés zu einer Messe begleitet; anschließend findet auf dem Kapellengelände ein gemeinsames Mittagessen statt.
Weitere Orte: Cadalso, Santiago De Alcántara, Miajadas, Acebo, Baños De Montemayor, Valdelacasa de Tajo, Berzocana, Membrío
Natur und Küche
Die Vogelbeobachtungsroute „Ruta 2-2 Birding in Extremadura: Valle del Ambroz“ beginnt in Hervás und umfasst einen Spaziergang durch den Castañar Gallego zur Beobachtung von Waldvögeln. Auf der in Hervás beginnenden Route im Valle del Ambroz lassen sich in felsigen Lebensräumen unter anderem Gänsegeier, Wanderfalken und Steinadler beobachten. Der Castañar Gallego in Hervás ist als geschützte Landschaft ausgewiesen.
Zur traditionellen Küche von Hervás gehören Cazuela, Patatas escabechadas, Zorongollo, Cochinillo cuchifrito und Caldereta de cabrito. Hinzu kommt der junge Wein des Jahres namens „Pitarra“. Bei einem Spaziergang durch das Barrio Judío kann man eine Verkostung von Pitarra-Weinen genießen. Die Iglesia de Santa María de Aguas Vivas bietet einen hervorragenden Aussichtspunkt mit Blick auf Hervás und das Valle de Ambroz.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Cáceres.