Savona zwischen Priamar, Museen und ligurischer Küste

Foto: Rainer Lenk

Savona verbindet Festungsgeschichte, Kunst, Hafenleben und ligurische Küste. Besonders prägend ist die Fortezza del Priamar, eine große Militärfestung aus dem 16. Jahrhundert an der Küste. Ihr Komplex verfügt über Wege, Wehrgänge und Balkone mit Blick auf Meer, Berge, Stadt und Hafen.

Kultur und Geschichte

Im Palazzo della Loggia innerhalb der Fortezza del Priamar befinden sich das Städtische Archäologische Museum und Stadtmuseum von Savona sowie das Museum Sandro Pertini und Renata Cuneo. Das Städtische Archäologische Museum und Stadtmuseum zeigt auf zwei Etagen eine Ausstellung mit Keramik als Leitmotiv und stellt die wichtigsten bisherigen Ausgrabungsstätten im Raum Savona vor. Zu sehen ist außerdem eine byzantinische Nekropole aus dem 4. bis 7. Jahrhundert n. Chr. Im Saal Umbrella werden Ausgrabungen der mittelalterlichen Kathedrale von Savona präsentiert.

Keramik erzählt dabei von verschiedenen Zeiten und Verbindungen: Importierte Keramik gilt als Zeugnis des intensiven Seehandels mittelalterlicher Städte im Mittelmeerraum, während die lokale Keramikproduktion seit dem späten 12. Jahrhundert n. dokumentiert ist. Das Keramikmuseum zeigt auf vier Etagen mehr als 1.000 Werke von der Renaissance bis zum zeitgenössischen Design und umfasst auch kunstvolle Apothekengefäße aus dem ehemaligen Krankenhaus San Paolo in Savona.

Der Palazzo Gavotti wurde über mittelalterlichen Baustrukturen errichtet und am Ende des 16. Jahrhunderts in einen Renaissancepalast umgestaltet. Seit 2003 beherbergt er die Sammlungen der Pinacoteca Civica von Savona. Das Museum verfügt über Aufzüge, ist für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität zugänglich und besitzt taktile 3D-Reliefs.

Das Domschatzmuseum befindet sich in den Räumen der ehemaligen Masseria und bewahrt Gemälde, Skulpturen, Goldschmiedearbeiten und sakrale Gewänder. Diese Gewänder gehörten den Bischöfen von Savona; darunter befindet sich ein Messgewand von Kardinal Vegerio aus dem 15. Jahrhundert. Das älteste Stück des Museums ist ein Reliquienkreuz aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die unterirdischen Räume von Priamar entstanden während der Nutzungszeit der Festung zwischen 1542 und 1943 in mehreren Bauphasen.

Der monumentale Domkomplex von Savona umfasst die Kathedrale, die Sixtinische Kapelle, das Domschatzmuseum und das Apartment von Papst Pius VII. Savonas Sixtinische Kapelle wurde 1481 als Grabkapelle für die Eltern von Papst Sixtus IV. begonnen. Zwischen 1762 und 1764 wurde sie restauriert und von einer Renaissance-Grabkapelle in eine barocke Kirche umgewandelt. Die Kathedrale enthält ein kunstvolles Baptisterium aus dem 15. Jahrhundert, während das Presbyterium hölzerne Chorgestühle aus der Renaissance besitzt.

Der 50 Meter hohe Brandale-Turm enthält Räume mit Gemälden, Skulpturen und Tafeln, die die Geschichte vom Mittelalter bis 1800 nachzeichnen. Von seiner Spitze reicht der Blick über den Hafen, die Stadt und die ligurische Küste bis in Richtung Genua und Portofino. Das städtische Museumssystem MUSA verteilt seine Sammlungen auf mehrere Standorte und umfasst Archäologie, Kunst, Skulptur, Lokalgeschichte und Technologie. Das MUSA-Netzwerk verbindet Museen in der historischen Innenstadt von Savona mit den Museen der Festung Priamar.

Meer, Hafen und Küste

Savonas Alter Hafen ist von historischen Palästen, mittelalterlichen Türmen und Werkstätten von Kunsthandwerkern gesäumt. Vom Alten Hafen aus werden Bootsfahrten entlang der ligurischen Küste angeboten. Eine Kajakroute beginnt am Strand von Fornaci oder am Touristenhafen von Savona und bietet vom Meer aus einen Blick auf die Festung Priamar.

Am westlichen Ende Savonas liegt der Strand von Zinola, ein 1,2 Kilometer langer Sandstrand mit flachem, ruhigem Mittelmeerwasser. Dort gibt es mehrere kostenlose öffentliche Strandabschnitte sowie neun Strandbäder. Für die Einordnung verschiedener Tage am Wasser stehen damit unterschiedliche Strandformen nebeneinander: freie öffentliche Abschnitte und bewirtschaftete Strandbäder, dazu eine Küstenroute mit Blick auf Priamar vom Meer.

Der Passagierhafen Savona–Vado Ligure bietet ganzjährig direkte Fährverbindungen nach Sardinien, Sizilien und Korsika sowie zu ausgewählten Zielen in Spanien, Malta und Nordafrika. Savona ist außerdem der offizielle Hafen des Kreuzfahrtunternehmens Costa Cruises. Zwischen dem Bahnhof von Savona und dem Hafen verkehren die Buslinien 7, 7/ und 30.

Wege und besondere Entdeckungen

Das Màr bietet Führungen durch den monumentalen Komplex von Priamar und die unterirdischen Gänge der Festung an. Führungen im Museumskomplex von Priamar können auf Anfrage auf Englisch, Französisch und Deutsch durchgeführt werden. Das Städtische Archäologische Museum und Stadtmuseum von Savona bietet eine Route mit Braille-Beschriftungen und berührbaren archäologischen Objekten für blinde und sehbehinderte Besucher an.

Das Museo del Santuario bietet kreative Bildungsworkshops an. Auch das Keramikmuseum organisiert Seminare und Workshops für Kinder. Das All About Apple Museum empfängt Besucher jedes Wochenende in Savona an der Piazza De André. Als interaktives Museum vermittelt es die Entwicklung der Personalcomputer anhand funktionsfähiger Objekte.

Die Route „Savona città dei papi“ verbindet die Pinacoteca Civica, das Kulturerbe der Kathedrale und sechs Oratorien der Stadt. Ein städtischer Rundgang folgt von Savona über die Via Ranco einer alten Römerstraße und führt nach einem Abzweig bergab in Richtung Albissola Mare. Der nach Chiara Luce Badano benannte Weg beginnt in der Via Scotti und führt den begrünten Hügel hinauf zur Kapelle Madonna degli Angeli. Vom Gipfel des Chiara-Luce-Badano-Wegs reicht der Blick über Savona und seinen Golf bis nach Vado Ligure und darüber hinaus. Die unterschiedlichen Wegverläufe und Aussichtspunkte lassen sich getrennt nach Stadtgeschichte, Festung, Küste und Hügellandschaft betrachten.

Lokaler Geschmack

Zu den lokalen kulinarischen Besonderheiten gehört Panissa. Sie kann kalt in Würfeln oder frittiert als dünne Scheiben serviert werden, die auf Dialekt Tavelette oder Fette heißen.

Weitere verlinkte Orte sind: Bardineto, Castelbianco, Cosseria, Mioglia, Albenga, Bardino Nuovo, Borgio Verezzi, Ceriale, Cisano Sul Neva, Finale Ligure, Laigueglia, Loano, Pietra Ligure, Stellanello, Varazze, Vellego, Vezzi San Giorgio, Garlenda, Andora, Varigotti, Spotorno, Spinetta, Savona, Celle Ligure, Alassio, Piani, Bardino Vecchio, Quiliano, Balestrino.

Casanova Lerrone, Magliolo, Erli, Pero, Albisola Superiore, Villanova D'albenga, Calice Ligure, Vezzi Portio, Cairo Montenotte, Rialto, Giusvalla, Noli, Orco Feglino, Piana Crixia, Stella, Vendone, Vado Ligure, Millesimo, Villalunga, Bossaneto, Albissola Marina, Bergeggi, Calizzano, Toirano, Castelvecchio Di Rocca Barbena, Dego, Zuccarello, Testico, Carcare, Bormida.

Altare, Dogli, Borghetto Santo Spirito, San Bartolomeo, Coasco, Ortovero, Vara Inferiore, Bormida-Genepro, Carbuta, Campochiesa, Menosio, Pallare, Borghi, Ellera, Sassello, Nasino-Borgo, Brasi, Voze, Marina di Andora, Gorra, Teglia, San Pietro D'olba, Tovo San Giacomo, Pontinvrea, Capitolo-costa, Pianazzo, Palo-pataré und Ranzi.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Ligurien.

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