Datschen-Abriss in Sochi
Datschen in Sochi sind kleine Ferienhaus- bzw. Wochenendhaussiedlungen. Viele Menschen leben hier auch den ganzen Sommer.
Illegalen Urlaubs-Datschen, den Ferienhäusern der Russen, geht es jetzt im russischen Sochi an den Kragen. Kurz nach der Wahl von Sochi als Olympiastandort für die Winterspiele 2014 und die Paralympics will der Bezirksgouverneur von Krasnodar, Alexander Tkatschow, massiv gegen Schwarzbauten an der Schwarzmeerküste vorgehen. Über 400 Prozesse sind nach Angaben von russischen Medien allein in der Stadt Sochi wegen illegal errichteten Wohnbauten anhängig. Ferienwohnungen und Datschas ohne Baugenehmigung werden jetzt radikal abgerissen. Allein die Kosten für die Abrisse werden auf rund 4 Millionen Euro geschätzt. Warum so viele Illagale bauten überhaupt entstehen konnten, soll jetzt geprüft werden.
Besonders viele illegale Bauten soll es im Stadtbezirk Adler von Sochi geben. Hier liegt auch der Skiort Krasnaya Polyana, in dem in ein paar Jahren die alpinen Wettkämpfe ausgetragen werden. Baugrundstücke hier sind sehr begehrt und extrem teuer – und so mancher Käufer eines Stück Landes hat seine Datscha dann einfach ohne Genehmigung gebaut. Einen Flächennutzungsplan oder Bebauungspläne gibt es für die Gebiete nicht. Sie sollen erst im Zuge der Olympiavorbereitungen beschlossen werden.
Die illegalen Häuslebauer hatte aller Wahrscheinlichkeit nach Rückendeckung von einer Korrupten Baubehörde in Sochi. Hier wird 26 Beamten unterstellt, da sie mehr als zwei Augen zudrücken, wenn es um die Einhaltung von Baubestimmungen geht. „Es werden Köpfe rollen“ sagte deshalb auch Alexander Tkatschow und meinte eben diese Baubehörde.
Der Immobilienmarkt in Sochi auch für Ferienimmobilien ist seit der Entscheidung des IOC regelrecht explodiert. Reiche Russen wollen schon jetzt ein Feriendomizil in der tadt kaufen, die bis 2014 zum „Gateway to future“ für Russland ausgebaut werden soll.
Foto: Ilya Kalachev
Datum: 20.08.2007

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