Snědovice liegt im Tal des Bachs Obrtka in einer traditionell landwirtschaftlich geprägten Landschaft. Anstelle der verfallenen Feste ließ Jan Baltazar Clary ze Sperberbach hier ein neues Barockschloss errichten, das um 1688 fertiggestellt wurde.
Baukultur
Das Schloss Snědovice ist ein ein- und zweigeschossiges Gebäude mit einem Innenhof, hohen Pilastern an der Schlossfassade, einem rustizierten Steintor sowie Fenstern mit Dreiecks- und Segmentgiebeln. Heute beherbergt es ein Sozialfürsorgeinstitut.
In der Mitte von Snědovice steht die Kapelle der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria. Die 1856 errichtete Marienkapelle hat abgerundete Ecken, einen rundbogigen Eingang und im Giebel ein Rundfenster mit einem glockenförmigen Aufsatz.
Nach 1555 wurde in Snědovice die Renaissance-Mühle Velký mlýn errichtet. Sie bewahrt eine kunsthistorisch wertvolle Gedenktafel mit einem aus dem Wald springenden Wolf als Wappenmotiv und der tschechischen Inschrift „Waclaw z Quitkowa, Mandalena z Hrussova 1555“.
Die Kapelle des heiligen Prokop in der Gemeinde Snědovice hat ein rechteckiges Langhaus, ein polygonales Presbyterium, eine seitliche Sakristei und eine durch einen Risalit mit Turmaufsatz erweiterte Hauptfassade.
In Střížovice, einem Ortsteil der Gemeinde Snědovice, befindet sich ein geschütztes ländliches Wohnhaus von 1870 im Stil der Volksarchitektur. Das gut erhaltene große Wohngebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weist eine ungewöhnlich reiche Verzierung und spätklassizistische Merkmale des ländlichen Bauens auf.
Zu den erhaltenen Kulturdenkmälern in Snědovice gehören die hölzernen Blockhäuser mit den Hausnummern 46 und 56 sowie die Häuser mit den Bezeichnungen če. 7, 14 und 17 aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Geschichte und ländliches Erbe
Die traditionelle Lebensgrundlage der Bevölkerung von Snědovice umfasste Landwirtschaft, Hopfenanbau, Obstbau, Viehzucht und Imkerei. Die historische Snědovická cesta führte von Mělník über Liběchov, an der heutigen Hraběcí- und Marienkapelle vorbei, nach Radouň; dort zweigte ein Ast nach Snědovice ab.
Landschaft
Das Landschaftsschutzgebiet Kokořínsko–Máchův kraj umfasst die Gemeinde Snědovice im Ústecký kraj. Neben dem Schloss Snědovice wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein kleiner Park englischen Typs angelegt. Im Schlosspark Snědovice sind steinerne Mauern zur Begrenzung einzelner Terrassen oder Rasenflächen sowie einzelne erhaltene Solitärbäume vor dem Schloss bewahrt.
Im Umfeld
Sukorady ist ein Ortsteil der Gemeinde Snědovice; zum dortigen Schlossareal gehört ein von einer Umfassungsmauer begrenzter Garten oder Park.
Im Umfeld empfiehlt die Gemeinde Snědovice die Burgruine Helfenburk als Ausflugsziel; ihre romantische Anziehungskraft und ihre von Legenden geprägte Geschichte werden dabei hervorgehoben. Ebenfalls empfiehlt die Gemeinde das Schloss Ploskovice als Ausflugsziel. Um 1720 ließ Anna Marie Toskánská aus dem Haus Sachsen-Lauenburg, die Ehefrau des toskanischen Herzogs Gaston III. und des letzten Medici, dort eine prächtige Sommerresidenz errichten.
Unterwegs vor Ort
Snědovice ist Station 13 des familienfreundlichen Lehrpfads „Naučné putování loupežníka Štětky“.
Für Snědovice wurden ab dem 1. April 2025 geänderte Baustellenfahrpläne für die Linien 681, 685, 633 und 636 angekündigt.
Weitere Orte
Weitere Ortsseiten: Straškov-Vodochody, Keblice, Encovany, Úpohlavy, Budyně Nad Ohří, Trnovany, Brozany Nad Ohří, Chudoslavice.