Arafo: Vulkanlandschaft, Kulturerbe und Wanderwege
File:Calle la Libertad, Arafo, Tenerife, Spain 02.jpg
Foto: Michal Klajban via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Die Casona de la Esquina de los Carros ist ein Beispiel für ländliche kanarische Architektur: Das zweigeschossige Haus hat ein vierseitig abgewalmtes, arabisch gedecktes Dach, einen Balkon und eine Außentreppe mit direktem Zugang zum Obergeschoss. Secundino Delgado lebte dort; 2006 wurde die Casona als Bien de Interés Cultural mit der Kategorie Historische Stätte eingestuft.
Kultur und Geschichte
Die Iglesia de San Juan Degollado entstand ursprünglich als nach 1676 errichtete Kapelle und wurde später durch mehrere Erweiterungen zur heutigen Kirche ausgebaut. Sie beherbergt vier dem Fegefeuer, dem heiligen Josef, Unserer Lieben Frau von den Schmerzen und der Unbefleckten Empfängnis gewidmete Retabel sowie Gemälde und religiöse Bildwerke aus dem 18. Jahrhundert. Ein etwa 1,5-stündiger Rundgang durch das historische Zentrum kann am Señor del Pino beginnen und zum Auditorio Juan Carlos I sowie zum Rathaus führen.
Das Alte Mühlen- und öffentliche Waschhaus-Ensemble von Arafo ist eine 2006 als Bien de Interés Cultural eingestufte ethnologische Stätte mit einem ausgeklügelten System der Wassernutzung. Die Ruinas de Lo De Ramos sind eine 2008 als Bien de Interés Cultural eingestufte historische Stätte in den mittleren Lagen von Arafo auf 650 Metern Höhe; sie zeugen von einer früheren landwirtschaftlichen und religiösen Augustiner-Siedlung, deren Anfänge in die ersten Jahre nach der Eroberung Teneriffas zurückreichen. Arafo verfügt über eine kontinuierliche Musiktradition, die seit dem 19. Jahrhundert gefestigt ist. Die Romería de San Agustín findet am Samstag vor dem letzten Sonntag im August statt; dabei ziehen Parrandas, Rondallas und von Ochsen gezogene Wagen durch die wichtigsten Straßen des Ortes.
Natur und Landschaft
Der historische Ausbruch des Vulkans Las Arenas ereignete sich 1705 auf dem Gebiet von Arafo an der Südflanke der Caldera de Pedro Gil auf etwa 1.525 Metern Höhe. Das Paisaje Protegido de Las Siete Lomas ist eine teilweise in Arafo gelegene geschützte Agrarlandschaft, die durch jüngere Lavaströme des Vulkans von Arafo geformt wurde. In den Felsbereichen und Schluchtläufen dieses Schutzgebiets kommen bedrohte Arten vor, darunter die Vicácara.
Das Naturgebiet Barranco de Añavingo umfasst 35 Hektar von ausgewiesenem Naturinteresse und beherbergt einheimische Pflanzen wie Vicácara, wilden Thymian und Kanarische Kiefern. Der Mirador de Chimague liegt an der Grenze des Parque Natural de la Corona Forestal, gehört zum Inselnetz der Aussichtspunkte und bietet bei klarer Sicht Panoramablicke bis zum Parque Rural de Anaga und zur Insel Gran Canaria.
Wege und Anreise
Der wichtigste Zugang zum geschützten Gebiet Las Siete Lomas ist die Straße TF-523; sie verbindet Arafo mit der C-824 und durchquert den östlichen Bereich des Schutzgebiets auf etwa 7 Kilometern. Ein Weg entlang des Barranco de Añavingo führt zu historischen Mühlen, Aquädukten und Wassergalerien; der Zugang erfolgt üblicherweise über die Plaza de San Juan Degollado.
Die Ruta de Los Peregrinos ist ein mittelschwerer Wanderweg, der an La Crucita beginnt und über den Vulkan Las Arenas und die Caldera de Pedro Gil nach Arafo führt. Für die Route sind Varianten mit etwa 14,5 Kilometern und rund 6 Stunden beziehungsweise 12,5 Kilometern und rund 3 Stunden angegeben; der Zielpunkt ist Arafo. Die unterschiedlichen Strecken- und Zeitangaben bieten einen direkten Vergleich für die Tagesplanung.
Arafo ist über die TF-1 erreichbar, indem man die Ausfahrt ins Valle de Güímar nimmt und anschließend gut ausgeschilderten Lokalstraßen folgt. Mehrere TITSA-Buslinien verbinden den Ort mit anderen Gemeinden des Tals und mit Santa Cruz.
Wein und lokaler Charakter
Der Mercado del Agricultor de Arafo befindet sich an der Plaza de la Iglesia de San Juan Degollado. In Arafo werden im Rahmen landschaftlicher und kultureller Routen geführte Besichtigungen von Bodegas angeboten. Der Weinbau umfasst in den Gemeinden Arafo, Candelaria und Güímar rund 700 Hektar landwirtschaftliche Fläche.
Weitere Orte
Bocacangrejo, La Matanza De Acentejo, El Fraile, Las Palomas, Guaza, Villa De Arico, Puerto la Madera, Trevejos
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