Nördlich von Jódar liegt das Naturgebiet Alto Guadalquivir. Auf 663 Hektar gehören die drei Stauseen Pedro Marín, Doña Aldonza und Puente de La Cerrada sowie der dazwischenliegende Flussabschnitt zu diesem Gebiet. Von Jódar aus ist es über die Regionalstraße 325 erreichbar.
Natur
Im Alto Guadalquivir kommen unter anderem Purpurreiher, Graureiher, Rohrweihe, Zwergdommel und Beutelmeise vor. Las Quebrás beherbergt die ausgedehnteste noch bestehende Esparto-Steppe der Ebene in der Provinz Jaén. Das Gebiet bietet außerdem Lebensraum für Wildtiere wie die Flughuhn-Art Ortega, die in Andalusien als sehr selten gilt.
Das Paraje Fuente Garciez liegt nördlich der Stadt und ist über einen asphaltierten Weg mehr als zwei Kilometer vom Stadtzentrum Jódars entfernt erreichbar. Dort befindet sich ein von Pinien geprägtes Erholungsgebiet mit Waschplatz, Quelle, Picknickplätzen und Kochstellen. Am 15. Mai wird bei Fuente Garciez eine traditionelle Romería gefeiert.
Pilar de la Dehesa ist eine Quelle und ein von Einheimischen besuchter Ort am Fuß der Sierra de Miramontes. Der von dort ansteigende Weg bietet Ausblicke auf Jódar, das Guadalquivir-Tal und die Loma. Im Zentrum von Jódar bewahrt der Huerto de la Cora mehr als 400 Arten wiedergewonnener Samen und Pflanzen.
Kultur
Das Museo de Jódar zeigt Dauerausstellungen über Jódar im Wandel der Zeit und seine Geschichte, über Volkskunst und Alltagsbräuche sowie über Esparto-Handwerk, traditionelle Berufe und den Olivenanbau. Führungen bietet die eigene Vereinigung an; der Eintritt ist kostenlos. Mehrere Handwerksbetriebe in Jódar stellen Esparto-Erzeugnisse her, darunter Esparto-Strandsonnenschirme.
Die Semana Santa von Jódar geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Das bedeutende örtliche Fest umfasst Prozessionen, Musik und religiöse Bildhauerkunst. Im Bereich der Eisenbahnstation Jódar-Úbeda ist die Fábrica de Harinas ein Beispiel für Industriearchäologie.
Das historisch-künstlerische Ensemble von Jódar ist seit 2014 als Bien de Interés Cultural Andalusiens geschützt. Die Iglesia de la Asunción besitzt eine klassisch-renaissancezeitliche Fassade, einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes und Seitenkapellen zwischen den Strebepfeilern. Die heutige Kirche wurde auf dem Standort einer früheren Kirche errichtet, die ihrerseits über der Hauptmoschee von Jódar stand.
Die beiden Türme des Castillo de Jódar wurden restauriert; die Festung ist seit 1985 als historisches Monument unter dem Schutz des Bien de Interés Cultural ausgewiesen. Das Castillo bewahrt zwei nahezu quadratische Bergfriede: einen arabischen Ursprungs und einen von den Christen errichteten. Im Südturm befindet sich das Besucherzentrum des Naturparks Sierra Mágina, das Landschaft, Tierwelt und Flora des Parks mit interaktiven Erläuterungstafeln vorstellt. In einem Turm liegt außerdem das Centro de Interpretación „Xodar“ zur Geschichte der Burg.
Wege und Ausblicke
Der Camino del Portillo ist Teil des GR-7, eines internationalen Fernwanderwegs, und zugleich eine örtliche Wanderroute westlich von Jódar entlang der Serrezuela. Sein Ende bietet einen Ausblick auf die Sierra Mágina. Die Wanderroute Senderismo El Pocico ist insgesamt 7 km lang und umfasst einen linearen Abschnitt sowie einen abschließenden Rundabschnitt.
Senderismo El Pocico beginnt an der Plaza de España, führt an der Iglesia de la Asunción und dem Castillo de Jódar vorbei und erreicht den Mirador de Trascastillo. Die Route bietet Ausblicke auf den Parque Natural de Cazorla, Segura y Las Villas und das Guadalquivir-Tal. Unterschiedliche Wegtypen und Längen lassen sich so bei der persönlichen Tagesplanung miteinander vergleichen.
In Los Pinares können Höhlen besichtigt werden, die zu einer troglodytischen Siedlung zusammengefasst sind. Los Pinares umfasst außerdem ein Erholungsgebiet namens La Cueva de Jeromillo, das heute fälschlich auch „Miguelico“ heißt, und ist Standort bedeutender archäologischer Fundstätten. An der Vía Verde „El Paso“ und im Barranco del Cañaveral befinden sich die Ruinen mehrerer Getreidemühlen, darunter die Molino de Marcón.
Routen und Ortsgeschichte
Die Ruta Antigua estación FFCC de Jódar verbindet die Loma de Úbeda und den Guadalquivir mit dem Gebiet der Sierra Mágina. Jódar ist außerdem in die Route der Nasriden zwischen Baeza und Jimena eingebunden. Das Museo de arte naif „Brilop“ bewahrt das bildnerische Erbe von Blas T. Rivera López.
Weitere Reiseziele:Peñolite, Pozo Alcón, Sabiote, Mancha Real, Torres De Albánchez, Villanueva Del Arzobispo, Orcera, Ribera Baja