Tinn: Angeln und Eisenbahngeschichte am Tinnsjå
Unterkünfte in Tinn
Der Tinnsjå ist 35 Kilometer lang, bis zu 2 Kilometer breit und bis zu 460 Meter tief. Damit ist er der dritttiefste See Norwegens und Europas. Am See gehören Angeln und historische Spuren des Eisenbahntransports zu den unterschiedlichen Themen, die einen Aufenthalt in Tinn prägen.
Angeln am Tinnsjå
Im Tinnsjå gibt es gute Bestände an Forellen und Saiblingen. Typische Fänge wiegen zwischen 300 Gramm und 3 Kilogramm. Sie können mit Fliege, Köder, Trolling oder Otring angeln. Die Fische sind am leichtesten vom Boot aus zu erreichen, werden aber auch vom Ufer gefangen.
Leuchtfeuer und Industrieerbe
Historische Leuchtfeuer entlang des Tinnsjå wiesen dem Transport der Rjukanbanen den Weg. Sie gehören zum Industrieerbe Rjukan–Notodden; die Stätte wurde am 5. Juli 2015 in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen. Zehn Leuchtfeuer stehen weiterhin an ihrem ursprünglichen Standort. Ein elftes wurde beim Bau der Tinnsjøveien versetzt. Die Leuchtfeuer können ganzjährig besichtigt werden und sind Teil von Ausflügen an den Seeufern und auf dem Wasser.
Im näheren Umfeld des Reiseziels liegt der Bahnhof Mæl am westlichen Ende des Tinnsjå; er kann ganzjährig besichtigt werden. Der Bahnhof und das Fährgelände erstrecken sich über 850 Meter und sind heute ein geschützter Kulturpark. Damit lässt sich die Geschichte der Transportverbindung auch an einem konkreten Ort nachvollziehen, während die Leuchtfeuer entlang des Sees eine weitere Perspektive auf das Industrieerbe eröffnen.
Die Eisenbahnfähren auf dem See
Der historische Transport der Rjukanbanen über den Tinnsjå umfasste eine 30 Kilometer lange Strecke mit der Eisenbahnfähre. Von 1956 bis 1991 war M/F Storegut das größte Schiff, das Hydro in seiner Transportkette über den Tinnsjå einsetzte. Diese Zeitspanne ordnet das Schiff in die Geschichte des Verkehrs über den See ein, ohne die frühere Transportverbindung mit dem heutigen Ausflugserlebnis gleichzusetzen.
Die 1929 gebaute Eisenbahnfähre D/F „Ammonia“ liegt an der Anlegestelle beim historischen Mæl am Tinnsjå. Zu ihrer Ausstattung gehörten ein Café und ein eigenes Postamt; eine Fahrt auf dem See dauerte zwei Stunden. Angetrieben wurde das Schiff von zwei Dreifach-Expansionsdampfmaschinen mit jeweils 450 PS. Hinzu kamen zwei Kessel mit jeweils 20.000 Litern Fassungsvermögen. Die technischen Angaben zeigen, welche Größenordnung die historische Fährtechnik hatte.
Auch die Geschichte der D/F „Hydro“ gehört zu den Ereignissen am Tinnsjå: Die Eisenbahnfähre wurde am 20. Februar 1944 im See versenkt. Dabei kamen 18 Menschen ums Leben, darunter 14 Norweger und 4 deutsche Soldaten. Der konkrete Verlust macht die Geschichte des Transports auch zu einem ernsten Teil der Auseinandersetzung mit dem Ort.
Welcher Schwerpunkt passt zu Ihrer Reise?
Für die Wahl einer Ferienwohnung in Tinn können Sie zuerst überlegen, welcher Schwerpunkt Ihren Aufenthalt bestimmen soll: das Angeln am Tinnsjå oder die Geschichte der Leuchtfeuer und Eisenbahnfähren. Wer gern beides verbindet, findet hier sowohl verschiedene Angelmethoden als auch historische Themen am und auf dem See.
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