Kasachstan zwischen Felskunst, Canyons und Steppe
Unterkünfte in Kasachstan
Kasachstan verbindet das Erbe der Seidenstraße und das Kosmodrom Baikonur mit Landschaften, die von Wüsten bis in alpine Gebiete reichen. Auch die kulturellen Ziele setzen unterschiedliche Akzente: Sie reichen von jahrtausendealten Felsbildern über timuridische Baukunst bis zu heiligen Stätten in Mangystau. Für Ihre Reiseentscheidung lohnt es sich deshalb, zuerst die Erlebnisse in den Mittelpunkt zu stellen, die Sie besonders interessieren.
Salt flats in the Pribalkhash sanctuary near Balkhash, Kazakhstan.
Foto: Nikolai Bulykin, CC BY-SA 4.0
Felskunst, Baugeschichte und heilige Stätten
Die Archäologische Landschaft von Tanbaly umfasst etwa 5.000 Petroglyphen. Sie verteilen sich auf 48 Komplexe mit zugehörigen Siedlungen und Gräberfeldern. Die Darstellungen zeugen von Viehhaltung, sozialer Organisation und Ritualen pastoraler Bevölkerungsgruppen. Tanbaly bietet damit einen Zugang zu verschiedenen Seiten des damaligen Lebens; die Landschaft besteht nicht nur aus einzelnen Felsbildern, sondern umfasst auch Spuren von Siedlungen und Bestattungen.
Ein anderer kultureller Schwerpunkt ist das Mausoleum von Khoja Ahmed Yasawi in Turkestan, dem früheren Yasi. Es wurde unter Timur zwischen 1389 und 1405 errichtet und gilt als eines der größten und am besten erhaltenen Beispiele timuridischer Baukunst. Mit 38,7 Metern Höhe prägt das Bauwerk die Vorstellung von der Architektur dieser Epoche. Wer sich für Geschichte und Baukunst interessiert, findet hier einen klar umrissenen Kontrast zu den prähistorischen Felsbildern von Tanbaly.
In Mangystau bestehen die Felsmoscheen und zugehörigen heiligen Stätten aus fünf in den Fels gehauenen Orten mit ausgedehnten angrenzenden Gräberfeldern. Seit Jahrhunderten sind diese Stätten bedeutende Pilgerziele. Zusammen bilden sie einen eigenen kulturellen Schwerpunkt der Region: Die Felsarchitektur und die Friedhöfe gehören dabei zum beschriebenen Zusammenhang, während die lange Pilgertradition die religiöse Bedeutung der Orte verdeutlicht.
Canyons, Seen und Steppenlandschaften
Der Charyn-Canyon ist ein Naturdenkmal aus Sedimentgestein. Die Gesteine sind etwa 12 Millionen Jahre alt; die steilen Canyonhänge erreichen 150 bis 300 Meter Höhe. Im Canyon liegt das Tal der Burgen: Es ist etwa 2 Kilometer lang und 20 bis 80 Meter breit.
Eine weitere Möglichkeit, die Charyn-Landschaft einzuordnen, bietet die Route „Four canyons of the Charyn River in the Almaty region“. Sie führt durch das Kurtogai-Tal, den Temirlik-Flusscanyon, den Uzyn-Bulak-Canyon und das Tal der Burgen. Der Charyn-Nationalpark liegt etwa 200 Kilometer östlich von Almaty am Kuldscha-Trakt; dort verläuft eine asphaltierte Straße. Für die Wahl einer Ferienwohnung ist dieser Lagebezug ein Orientierungspunkt, wenn der Nationalpark zu den geplanten Schwerpunkten Ihrer Reise zählt.
Auch die Feuchtgebiete von Saryarka erzählen von Bewegung durch die Landschaft: Sie sind wichtige Rast- und Kreuzungspunkte des zentralasiatischen Vogelzugs. Wasservögel ziehen aus Afrika, Europa und Südasien zu ihren Brutgebieten in West- und Ostsibirien. Die Steppengebiete von Saryarka bieten mehr als der Hälfte der Arten der regionalen Steppenflora einen wertvollen Rückzugsraum. Auch bedrohte Vogelarten und die vom Aussterben bedrohte Saiga finden dort einen Rückzugsraum. Wer sich für Zugvögel und Steppenökologie interessiert, kann diese Naturthemen als eigenen Reiseakzent neben den Canyonlandschaften betrachten.
Der Untere Kolsai-See, Kolsai-1, liegt auf etwa 1.818 Metern Höhe in einer Nadelwaldschlucht. Am See ist Angeln erlaubt, Baden jedoch verboten. Diese Einschränkung ist für die Planung eines Aufenthalts am Wasser wichtig: Angeln und Baden sind hier nicht gleichwertige Möglichkeiten. Die Höhenlage und die bewaldete Schlucht geben dem See zugleich einen anderen Landschaftscharakter als den trockenen Canyon- und Wüstengebieten.
Der staatliche Nationalpark Altyn-Emel gehört zum UNESCO-Biosphärenreservat-Netzwerk und umfasst die Bergmassive Aktau und Katutau, das Tal des Ili sowie Wüstenlandschaften. Die Singende Düne Aygaitas ist etwa 150 Meter hoch und erzeugt ein charakteristisches Brummen, wenn sich die Sandkörner bewegen. Im Nationalpark leben seltene Kulanen, Gazellen und Karakale; außerdem umfasst seine artenreiche Flora mehr als 1.800 Pflanzenarten. So stehen in Altyn-Emel markante geologische Landschaften neben einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.
Raumfahrtgeschichte und regionale Orientierung
Das Kosmodrom Baikonur ist das erste und größte Kosmodrom der Welt. Von dort startete Juri Gagarin 1961 zu seinem ersten orbitalen Raumflug. Außerdem wurden von Baikonur die ersten künstlichen Erdsatelliten, interplanetaren Sonden und Besatzungen der Internationalen Raumstation gestartet. Damit ergänzt Raumfahrtgeschichte die kulturellen und landschaftlichen Schwerpunkte Kasachstans um ein weiteres Thema. Welche Ziele Sie gewichten, kann entsprechend davon abhängen, ob Sie eher Natur, historische Orte oder die Geschichte der Raumfahrt in den Vordergrund stellen möchten.
Für die regionale Orientierung finden Sie hier die zugehörigen Seiten: Zhangeldi District, Aqmola, Qaraghandy, Nordkasachstan, Qysylorda, Pawlodar, Westkasachstan, Südkasachstan, Schambyl, Atyrau, Mangghystau, Ostkasachstan, Almaty, Karaganda, Qostanai, Aqtöbe und Astana.