Kreien: See, Dorfgeschichte und Feldlandschaft
Unterkünfte in Kreien
Kreien verbindet die Landschaft am Kreiener See mit einer Dorfgeschichte, die bis in die Jungsteinzeit zurückreicht. Am Wasser stehen Badeplatz und eine klare Regel für Bootsfahrten im Mittelpunkt; im Dorf erzählen Kirche, Glockenstuhl und historische Höfe von unterschiedlichen Zeiten. Dazu kommen Feld- und Waldwege im Gemeindegebiet. So können Sie für Ihren Aufenthalt abwägen, ob Sie vor allem das Wasser, die Bau- und Kunstgeschichte oder die ländliche Landschaft entdecken möchten.
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Foto: Matthias Apsel. Original uploader was Günther M. Apsel at de.wikipedia via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Der Kreiener See und seine Eigenheiten
Der Kreiener See hat eine Wasserfläche von 16 Hektar und etwa 2.000 Meter Uferlänge. Er ist ein ungeschichteter Flachwassersee des Typs Hecht-Schlei-See. Breite Flachwasserzonen ziehen sich ufernah entlang; unter Wasser wächst die Vegetation stark. Wer sich für die natürliche Beschaffenheit eines Sees interessiert, findet hier also mehr als eine Uferlinie: Auch die flachen Bereiche und der Unterwasserbewuchs prägen seinen Charakter.
Für Fahrten auf dem Wasser gilt eine Einschränkung: Wegen seiner geringen Größe darf der Kreiener See nur mit Ruderbooten befahren werden. An der Badestelle treffen sich Familien, Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Während der Sommerferien setzt die Gemeinde dort einen Rettungsschwimmer ein. Diese saisonale Information ist besonders für Reisende interessant, die ihren Aufenthalt auf einen Badebesuch ausrichten möchten. Sie ergänzt die Entscheidung zwischen einem Tag am Wasser und anderen Erkundungen in Kreien.
Dorfkirche, Glockenstuhl und historische Spuren
Die Kirche im Dorf stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist ein gotischer Bau aus gesprengten Felsen. Ihre Giebel schließen nach Osten und Westen flach ab. Westlich davon steht der hölzerne Glockenstuhl separat. Er besteht in seiner heutigen Form seit 1880; die Stahlglocken stammen aus dem Jahr 1922. Erneuert wurde der Glockenstuhl 1965 und 1995. Kirche und Glockenstuhl zeigen damit unterschiedliche Bau- und Erneuerungszeiten.
Auch die Ausstattung bietet kunsthistorisch interessierte Reisenden konkrete Entdeckungen: Die Altargruppe schnitzte Benedikt Dreyer 1507. Die barocke Kanzel stammt aus dem Jahr 1710, wurde 1880 renoviert und zeigt vier auf Holz gemalte Evangelisten. Das Renaissance-Taufgefäß von 1664 besteht aus einer Messingschale, die in einen Holzbehälter eingelassen ist. An der Nordwand befindet sich eine um 1250 geschnitzte Figur des Erzengels Michael; an der Südwand sind drei handgeschmiedete, über 100 Jahre alte Grabkreuze vom Friedhof befestigt.
Die Kirche mit Friedhofsmauer sowie das Pfarrhaus mit Pfarrgarten bilden den Dorfmittelpunkt und stehen unter Denkmalschutz. Die Kirche mit Friedhofsmauer ist über 630 Jahre alt, das Pfarrhaus rund 200 Jahre. Zum baulichen Bild des Dorfes gehört außerdem ein gut erhaltenes und saniertes Dreiseithof-Ensemble mit Backsteinwohnhaus und zwei Backsteinställen. Es befindet sich in Privatbesitz. Die ehemalige Schule wurde 1848 errichtet, die ehemalige Molkerei 1902.
Die Geschichte des Gebiets reicht weiter zurück: Archäologische Funde zeigen eine Besiedlung der Feldmark Kreien in der Jungsteinzeit, etwa zwischen 3000 und 1600 v. Chr. Aus der Bronzezeit stammen zwei Hügelgräber im Gebiet von Kreien. In ihnen wurden Halsringe und ein Schwertgriff aus Bronze gefunden. Diese Spuren ergänzen die sichtbaren Dorfgebäude um eine viel ältere Geschichte.
Landschaft entdecken und den Aufenthalt gestalten
Im Gemeindegebiet laden ruhige Feld- und Waldwege zum Wandern und Radfahren ein. Am Kreiener See liegen zudem Feuchtwiesen und Erlenbrüche, in denen Amphibien, Wasservögel, Raubvögel und andere Wildtiere vorkommen. Für Ihre Reiseplanung können Sie so unterschiedliche Schwerpunkte setzen: Zeit an der Badestelle, Wege durch die ländliche Landschaft oder Interesse an Natur- und Kulturgeschichte.
Auch die Landschaft erzählt von ihrer Entstehung. Im Bereich der heutigen Gemeinde Kreien erstreckte sich die sogenannte Frankfurter Eisrandlage. Schmelzwasser floss durch ein Gletschertor bei Hof Koppel, durch die heutige Kreiener Schweiz und den Kreiener See in Richtung Elde. Eine frühere Feldbahn vom Gut Kreien zur Elde ist heute noch als lange Feldhecke in der Landschaft erkennbar. Wer Kreien nicht nur am See, sondern auch über seine Landschaftsformen kennenlernen möchte, findet hier mehrere konkrete Anknüpfungspunkte.
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