Kairouan: Medina, Zisternen und Souks
Unterkünfte in Kairouan
Kairouan verbindet eine lange religiöse und städtische Geschichte mit besonderen Einblicken in Wasserbau, Handwerk und lokale Küche. Die Aghlabiden-Becken, die Medina und ihre Souks zeigen unterschiedliche Seiten der Stadt – von der Infrastruktur des 9. Jahrhunderts bis zu Teppichen und Kupferwaren.
Wasserbau und Stadtgeschichte
Die Aghlabiden-Becken sind zwei miteinander verbundene Freiluftzisternen aus dem 9. Jahrhundert. Als hydraulisches Ensemble wurden sie zur Wasserversorgung der Stadt angelegt. Ihre Verbindung und offene Bauform machen den historischen Umgang mit Wasser zu einem konkreten Teil der Stadtgeschichte. Die Becken gehören zum UNESCO-Welterbe-Seriengut Kairouan, das außerdem die Medina mit ihren Vorstädten und die Zawiya von Sidi Sahib umfasst.
Die Medina von Kairouan erstreckt sich über 54 Hektar, ihre Vorstädte über weitere 20 Hektar. Gemeinsam bilden sie ein städtisches Ensemble mit den Bestandteilen einer arabisch-muslimischen Stadt. Wehrmauern umgeben die Medina und erstrecken sich über mehr als drei Kilometer – ein markantes Element ihrer historischen Stadtstruktur.
Kairouan wurde 670 gegründet und blühte im 9. Jahrhundert unter der Aghlabiden-Dynastie auf. Nachdem die politische Hauptstadt im 12. Jahrhundert nach Tunis verlegt worden war, blieb Kairouan die erste heilige Stadt des Maghreb. Diese Entwicklung verbindet die frühe Stadtgeschichte mit ihrer anhaltenden religiösen Bedeutung.
Moschee und religiöse Stätten
Die Große Moschee von Kairouan gehört zu den ältesten Moscheen des islamischen Maghreb. Sie war eine frühe Quelle für dekorative und architektonische Elemente, die in der marokkanischen und andalusischen Architektur übernommen wurden. Bis Ende des 20. Jahrhunderts die Hassan-II.-Moschee in Casablanca errichtet wurde, galt sie als größte Moschee des Maghreb. Die zeitliche Einordnung macht deutlich, worauf sich dieser Vergleich bezieht.
Auch weitere religiöse Orte stehen für unterschiedliche Aspekte der Stadtgeschichte. Der Schrein von Abu Zam'a al-Balawi zählt zu den bedeutenden religiösen Pilgerstätten Tunesiens. In Kairouan dienen Zawiyas als Schulen, die an das Grab eines Heiligen angeschlossen sind, und als Studienzentren an der Kapelle einer religiösen Gemeinschaft. Das Grab von Sidi Abid ist von einem schmiedeeisernen Gitter umgeben; die Zawiya von Sidi Amor Abada ist die größte Zawiya in Kairouan.
Souks, Handwerk und Maqroudh
Die Souks unterscheiden sich nach Waren und Tätigkeiten. Im Souk al-Rub' werden Kairouaner Teppiche, die Zerbia, verkauft. Im Souk al-Balaghjiya werden Schuhe und Sättel hergestellt und verkauft; im Souk al-Jarraba werden Stoffe, Decken und Zubehör für die Teppichherstellung gewebt und verkauft. Der Souk al-Attarin ist für Parfüms, Weihrauch und Hochzeitsbedarf bekannt, während im Souk al-Nahhasin Kupferwaren hergestellt und verkauft werden. So lässt sich die Vielfalt der Märkte nicht nur an den Waren, sondern auch an den genannten Handwerken erkennen.
Zur kulinarischen Seite Kairouans gehört Maqroudh: eine kleine, rautenförmige Süßigkeit und eine Spezialität der Stadt. Für Reisende, die sich für Handwerk und lokale Küche interessieren, ergänzt sie die historischen und religiösen Themen um eine weitere Facette Kairouans.
Kairouan als Reiseziel planen
Wenn Sie eine Ferienwohnung in Kairouan suchen, überlegen Sie, welche Themen Ihren Aufenthalt prägen sollen: die historische Stadtstruktur, religiöse Architektur, die unterschiedlichen Waren und Handwerke der Souks oder die lokale Süßigkeit. Reisebusse und Louages – Sammeltaxis mit festen Routen – verbinden Kairouan mit dem übrigen Tunesien. Prüfen Sie vor der Abreise die aktuellen Verbindungen, wenn Sie Ihre Reise mit diesen Verkehrsmitteln planen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kairouan North.