Vilafreser: Aulina Grossa und mittelalterlicher Herrenturm
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Natur
Die Aulina Grossa de la Casanova bei Vilafreser ist eine Steineiche der Art Quercus ilex ssp. ilex. Ihr Stammumfang beträgt 4,50 Meter. Die Krone erreicht eine Breite von bis zu 25 Metern, während die Höhe des Baumes 17 Meter misst. Die Aulina Grossa de la Casanova steht neben dem Bauernhof Casanova im Ort Vilafreser. Die getrennten Angaben zu Stammumfang, Kronenbreite und Höhe vermitteln dabei ein anschauliches Bild der Proportionen dieses einzelnen Baumes. Gerade die Verbindung aus Baumart und Maßen macht die Aulina Grossa zu einem klar bestimmbaren Naturdetail innerhalb des Ortes, statt sie nur allgemein als alten oder großen Baum zu beschreiben. Ihr Standort neben dem Bauernhof Casanova verbindet diesen Naturpunkt zudem unmittelbar mit einem benannten Anwesen in Vilafreser.
Geografische Einordnung
Sant Sadurní de Vilafreser prägt den kompakten Ortskern von Vilafreser. Dieser liegt auf einem niedrigen Höhenrücken zwischen den Einzugsgebieten der Farga und des Cinyana. Durch den Coll de Vilafreser führte laut einer Urkunde aus dem Jahr 1017 eine überregionale Route. Sie trug die Namen Strata Francigena oder carretera de França. Zur Pfarrei von Vilafreser gehört Sant Llorenç de Perles; der Ort liegt etwas mehr als 1 Kilometer Luftlinie von Vilafreser entfernt. Damit umfasst die geografische Einordnung sowohl den unmittelbaren Ortskern als auch benannte Punkte im näheren Umfeld und eine historische Verbindung über den Coll de Vilafreser. Die verschiedenen Bezeichnungen der Route – Strata Francigena und carretera de França – bewahren dabei zwei überlieferte Namen für denselben beschriebenen Verlauf.
Kultur
Can Diví besitzt ein Portal mit Keilsteinen und vier gotische Fenster. Can Ramon, früher Mas Puig genannt, besitzt einen Türsturz mit der Jahreszahl 1616. An zwei Fassadenfenstern von Can Ramon befinden sich Türstürze mit der Jahreszahl 1774. Das ursprüngliche Gebäude von Can Grau soll aus dem 16. Jahrhundert stammen und wurde im 18. Jahrhundert umfassend umgebaut. Can Renart bewahrt eine in Stein eingravierte Inschrift mit der Jahreszahl 1570. Can Joanmiquel wurde nach dem Verkauf im Jahr 1971 restauriert und in ein Hausmuseum umgewandelt. An den genannten Häusern zeigen sich damit unterschiedliche Formen von Bauzeugnissen: Portale, gotische Fenster, Türstürze und eine eingravierte Inschrift. Bei Can Ramon stehen sogar zwei Jahreszahlen nebeneinander, während Can Grau die Abfolge von ursprünglichem Bau und späterem umfassendem Umbau bewahrt. Can Joanmiquel ergänzt diese Baugeschichte um die spätere Restaurierung und die Umwandlung in ein Hausmuseum.
Weitere Orte derselben übergeordneten Ebene sind Els Galliners, Olives und Orfes.
Geschichte
Die Torre de Vilafreser ist ein annähernd quadratischer mittelalterlicher Turm mit vier Stockwerken, einer Höhe von 18 Metern und Schießscharten. Als Herrenturm wurde sie im 13. Jahrhundert errichtet. Zunächst schützte sie den Wohnsitz der Familie Vilafreser. Ihre Form, die vier Stockwerke und die Schießscharten gehören ebenso zur überlieferten Beschreibung wie die Höhe von 18 Metern. Der Turm verbindet damit eine konkrete bauliche Gestalt mit seiner ursprünglichen Funktion als Schutz des Wohnsitzes der Familie Vilafreser.
Bei Can Ramon befand sich früher ein steinerner Türsturz mit hebräischer Inschrift. Dieser wird als Hinweis auf die frühere Existenz einer jüdischen Siedlung in dieser Gegend angeführt.
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