Caspe zwischen Kirchenkunst, Ebro-Wegen und Mar de Aragón
Unterkünfte in Caspe
Das Castillo del Compromiso wurde 1412 als Schauplatz des Compromiso de Caspe ausgewählt, bei dem Fernando de Antequera zum König von Aragón ernannt wurde. Auf der obersten Ebene des Castillo befindet sich der Salón del Compromiso mit einer Fläche von 170 m².
Kultur und Geschichte
In der Iglesia de Santa María la Mayor entstand während der Erweiterung des Kirchenbaus von 1388 bis 1412 ein gotisch gestaltetes Hauptportal. Die Kapelle Santo Cristo in derselben Kirche besitzt eine reich verzierte Stuckdecke mit geometrischen und pflanzlichen Motiven, die als eines der besten Beispiele für Mudéjar-Kunst im Bajo Aragón gilt. In der Iglesia de Santa María la Mayor wird außerdem die Reliquie Veracruz de Caspe aufbewahrt, die als eines der größten erhaltenen Fragmente des Kreuzes gilt, an dem Christus gekreuzigt wurde. Auch der Cáliz del Compromiso wird dort aufbewahrt.
Die Torre de Salamanca, auch Fuerte de Salamanca oder Torre del Cabezo de Monteagudo genannt, ist ein 1875 im Kontext des Dritten Karlistenkriegs errichteter Turm für optische Telegrafie und Schützen. 2006 wurde die Torre de Salamanca als Bien de Interés Cultural eingestuft. Das Mausoleo Romano de Miralpeix, auch Templo Romano de Caspe genannt, gilt nach dem Mausoleo de Fabara als eines der besten Beispiele römischer Architektur im Bajo Aragón. 1962 wurde es in die Gärten der Colegiata versetzt, um zu verhindern, dass es durch den Stausee von Mequinenza überflutet und zerstört wird.
Die Arcos del Toril bewahren an der Nordseite der Plaza de España drei niedrige Spitzbögen sowie einen weiteren Bogen, der in die Fassade eines späteren Gebäudes integriert ist und ursprünglich zu einem Wehrturm gehörte. Sie gelten als Zeugnisse eines vermuteten Laubenplatzes, an dem sich ab dem 15. Jahrhundert ein großer Teil des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens von Caspe abspielte. Die Sede del Concejo Medieval bewahrt eine Fassade mit einem großen Spitzbogen, dessen Schlussstein die Wappen des Malteserordens und des weltlichen Concejo von Caspe trägt. Die Casa-Palacio Piazuelo-Barberán ist eines der bedeutendsten Beispiele ziviler Architektur in Caspe und wurde aus Quaderstein im Stil des klassizistischen Barock errichtet.
Das Centro de Visitantes de Caspe befindet sich in einem Neubau in der historischen Altstadt, nahe der Plaza de España und hinter dem Rathaus. Es widmet sich der iberischen religiösen und funerären Kultur und ist Teil des überregionalen Netzwerks Ruta de los Íberos. Im Teatro Goya befindet sich das Centro de Interpretación de la Historia de la Autonomía de Aragón, das Caspes Rolle als Sitz des Autonomistischen Kongresses von 1936 und als Hauptstadt des Consejo de Aragón während des Bürgerkriegs thematisiert.
Das Fremdenverkehrsamt von Caspe bietet drei etwa zweistündige geführte Besichtigungen zum städtischen Kulturerbe an. Das Consorcio Patrimonio Ibérico de Aragón organisiert außerdem Führungen für Schülerinnen und Schüler sowie weitere Aktivitäten zur iberischen Kultur.
Wasser und Wege
Der Mar de Aragón ist ein am Ebro errichteter Stausee und liegt etwa 1 km vom Ortszentrum von Caspe entfernt. Dort können unter anderem Windsurfen, Wasserski, Wakeboarden, Rudern, Kanufahren, Kajakfahren und Segeln ausgeübt werden. Angeln ist eine der wichtigsten Aktivitäten am Mar de Aragón; zu den bevorzugten Fischarten zählen Wels und Schwarzbarsch. Das Museo de la Pesca befindet sich am Mar de Aragón in der Urbanisation El Dique.
Ein Sendero Turístico beginnt hinter der Colegiata und dem Castillo del Compromiso in Caspe und schließt sich anschließend dem Camino Natural del Ebro an. Außerdem verläuft der Camino Jacobeo del Ebro durch Caspe. Die Etappe Fabara–Caspe ist 20 km lang, die Etappe Caspe–Escatrón 29 km. Die unterschiedlichen Streckenlängen geben den Wegen jeweils einen klaren eigenen Maßstab für die Planung.
Traditionen und Feste
Die Ermita de Santa María de Horta ist das einzige erhaltene Beispiel romanischer Architektur im Gemeindegebiet von Caspe und stammt aus dem späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert. Nach einer schweren Überschwemmung durch den Stausee von Mequinenza wurde sie 1973 abgetragen und am Cabezo de Monteagudo wiederaufgebaut. Derzeit ist die Ermita nicht mehr dem Gottesdienst gewidmet und wird für gesellschaftliche Veranstaltungen sowie gelegentlich für zivile Trauungen genutzt.
Die Ermita de San Indalecio besitzt einen reich geschmückten Innenraum mit polychromen Reliefs und Malereien mit pflanzlichen Motiven und Engeln. Jedes Jahr am 15. Mai beherbergt sie weiterhin die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen San Indalecio. Die Semana Santa in Caspe ist als Fiesta de Interés Turístico de Aragón eingestuft und umfasst acht Prozessionen, die das Leben und Leiden Jesu Christi darstellen.
Die Conmemoración del Compromiso de Caspe ist als Fiesta de Interés Turístico de Aragón eingestuft. Sie wird jedes Jahr veranstaltet und stellt das Leben zu Beginn des 15. Jahrhunderts mit historischer Kleidung, Waffen, Rüstungen, Instrumenten und materieller Kultur nach. Während der Conmemoración del Compromiso de Caspe 2025 wurde eine geführte Besichtigung des Castillo del Compromiso angeboten, bei der seine Geschichte und seine Rolle im Frühjahr 1412 erläutert wurden. In die Veranstaltung wurden außerdem theatralische Führungen aufgenommen, die eine vertiefte und anschauliche Vermittlung des historischen Kontexts ermöglichen.
Das große Fest von Caspe fällt seit den 1950er-Jahren mit dem Festtag San Roques am 14. August zusammen. In den letzten Jahren haben die Peñas das Anbringen eines Cachirulo an der Statue des Heiligen als Tradition zur inoffiziellen Eröffnung der Feierlichkeiten übernommen.
Kulinarisches
In Caspe werden Oliven-Schokoladenpralinen und Eis aus Olivenöl angeboten, die gekauft und verkostet werden können.
Weitere Ziele
Villarroya de la Sierra, Purujosa, Encinacorba, Aniñón, Bardena Del Caudillo, Jaraba, Villanueva De Gállego, Alagón
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