Chite: Kirche, Mühlen und der Sulayr
Unterkünfte in Chite
Kultur und Geschichte
Chite verbindet eine markante Dorfkirche mit Spuren der Befestigungsgeschichte und ehemaligen Mühlen. Die Pfarrkirche Iglesia parroquial de la Inmaculada wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Ihr rechteckiger Grundriss und das einschiffige Langhaus geben dem Bau eine klar erkennbare architektonische Ordnung. Im Holztragwerk des limabordón-Dachs sitzen sieben mit Sternen verzierte Querbinder. So treten Bauform, Raumaufteilung und die dekorativen Details des Dachwerks jeweils als eigene Merkmale hervor.
Am westlichen Rand von Castillo de Chite sind Reste einer etwa 80 Meter langen Stampflehmmauer erhalten. Castillo de Chite gilt als Burg arabischen Ursprungs. Die Anlage lag strategisch zwischen dem Barranco de Arrendate und dem Río Grande und beherrschte den Aufstieg ins Tal. Mauerrest, Lage zwischen den beiden Gewässern und die historische Funktion gehören damit zu unterschiedlichen Aspekten derselben Ortsgeschichte.
Auch die Mühlen stehen für eine eigene Seite des historischen Chite. Molino de los Aguilera ist eine ehemalige Ölmühle maurischen Ursprungs. Molino de la Inquisición liegt im Barrio Alto, ist maurischen Ursprungs und war eine Ölmühle. Die beiden Namen und ihre Einordnung als Ölmühlen ergänzen den Blick auf Kirche und Burg um Zeugnisse der früheren Verarbeitung und Nutzung.
Landschaft und Wandern
Chite liegt am Barranco de Chite, der von der Sierra Nevada herabfließt. Zu den Landschaftsmerkmalen des Ortes gehört außerdem der Zusammenfluss des Barranco de Chite mit dem Embalse de Béznar. Wasserlauf, Gebirgsbezug und Stausee bilden dabei drei klar unterscheidbare Anknüpfungspunkte für die Landschaftsbetrachtung.
Für längere Wege steht der Sulayr, ein 300 Kilometer langer Rundwanderweg um die Sierra Nevada. Der Weg ist in 19 Etappen unterteilt. Der Barranco de Chite ist ein Bezugspunkt für den Zugang zum kreisförmigen Fernwanderweg Sulayr über Lecrín. Die Gesamtlänge beschreibt den Maßstab der Route, während die Etappen ihre Gliederung bestimmen; beides eröffnet unterschiedliche Perspektiven auf das Wandern in diesem Umfeld.
Kunst und Brauchtum
Die Residencia Artística José Guerrero bietet in Chite im Rahmen einer künstlerischen Residenz Raum für plastische Arbeit und fördert damit aufstrebende künstlerische Talente. Zu Beginn der Residenz präsentieren die eingeladenen Künstler ihr Projekt öffentlich. Dazu sind Bürgerinnen und Bürger aus Chite und der Gemeinde Lecrín eingeladen. Ergänzend sind offene Vorträge von Forschenden und Fachleuten über José Guerrero für die Bevölkerung und Bildungseinrichtungen der Comarca vorgesehen. Öffentliche Präsentation, plastische Arbeit und Fachvorträge setzen unterschiedliche Schwerpunkte innerhalb dieses Kunstangebots.
Zum örtlichen Brauchtum gehört das Fest der Santos Inocentes, das am 28. Dezember gefeiert wird. Damit steht neben der dauerhaft sichtbaren Bau- und Landschaftsgeschichte auch ein jährlich datierter Anlass im Kalender von Chite.
Die Themen des Ortes reichen somit von kirchlicher Architektur und arabisch geprägter Burggeschichte über historische Ölmühlen bis zu Landschaft, Fernwanderweg, zeitgenössischer Kunst und einem festen Brauchtermin.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lecrín.