Watari: Küste, Erinnerung und Genuss
Unterkünfte in Watari
Watari vereint den Blick auf den Pazifik mit einer eindringlichen Erinnerungskultur, überlieferten Aufführungen und einer eigenständigen Esskultur. Wer den Ort entdecken möchte, kann zwischen Küstenerlebnissen, stillen Momenten des Gedenkens und Einblicken in regionale Traditionen unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Küstenblicke und ein Ort des Gedenkens
Im 27 Hektar großen Torinoumi-Park am Pazifischen Ozean befindet sich die Gedenkstätte Chinkon no Mori. Der Stadtteilentwicklungsrat Arahama ließ sie errichten, um an die Menschen zu erinnern, die beim Großen Ostjapanischen Erdbeben am 11. März 2011 gegen 14:46 Uhr ums Leben kamen. Zugleich soll die Erinnerung an die Katastrophe an künftige Generationen weitergegeben werden. Der Park verbindet damit eine Lage am Meer mit einem Ort, an dem die Folgen des Ereignisses und das Gedenken daran im Mittelpunkt stehen.
Auch an anderen Orten in Watari gehört der Blick auf Meer und Berge zum besonderen Charakter. Die Freiluftbäder des Watari Onsen Torinoumi bieten Ausblicke auf den Pazifik, die Bucht Torinoumi, das Zaō-Gebirge, die Oshika-Halbinsel und Kinkasan. Dabei wechseln Ost- und Westbad täglich zwischen Frauen und Männern. Eine weitere Aussicht eröffnet die Halle im fünften Stock des Yurikan: Von dort reicht der Blick weit über den Pazifik und die Bergkette von Zaō.
Watari am Wasser erleben
Für einen aktiven Schwerpunkt am Meer kommen die Surfspots Arahama und Yoshidahama in Betracht. Auch die Wellen unterscheiden sich je nach Ort: Am Strand von Arahama sind sie eher kompakt, während sie an der Mündung des Abukuma-Flusses eher sanft ausfallen. Diese Unterschiede beschreiben zwei verschiedene Küstenbedingungen, ohne dass sie für jede Aktivität dieselbe Bedeutung haben müssen.
Im Hafen von Arahama kann vom Ufer aus auf Schollen und Grundeln geangelt werden. So bietet die Küste neben den Surfspots auch einen Bezug zum Angeln. Wer sich für diese Erlebnisse interessiert, findet in Watari verschiedene Anknüpfungspunkte am Wasser; die konkrete Wahl hängt davon ab, welche Aktivität den eigenen Aufenthalt prägen soll.
Überlieferte Aufführungen und regionale Küche
Das Ushifukuro Hōin Kagura ist seit 1987 ein immaterielles Volkskulturgut der Stadt Watari. Seine Erzählung umfasst zwölf Akte: Gemeinsam vertreiben Götter darin böse Götter und Dämonen. Im ersten Akt reinigen zwei Gottheiten mit sakralen Stäben und Glocken und wehren Unheil ab. Beim Sommerfest am Ushifukuro-Yakumo-Schrein wird das Kagura vom Bezirk unterstützt. Die Aufführung verbindet damit eine ausgearbeitete Erzählung mit einer örtlichen Tradition.
Eine weitere überlieferte Darbietung ist der Watari Masutori Mai. Früher wurde er bei Herbstfesten aufgeführt, um die Ernte zu feiern und um eine reiche Ernte zu bitten. Um 1955 wurde die Tradition wiederbelebt. Seit 2019 geben Drittklässler der Yoshida-Grundschule sie weiter; gezeigt wird sie bei Schulveranstaltungen und Veranstaltungen des Heimatmuseums. Wer sich für die Kultur Wataris interessiert, begegnet so sowohl einer erzählenden Kagura-Tradition als auch einem Tanz mit Bezug zur Ernte.
Regionale Produkte und Gerichte gehören ebenfalls zum Charakter der Stadt. Der Markt Torinoumi Fureai verkauft frische Meeresfrüchte, die von örtlichen Fischern und Fischhändlern angeliefert werden, außerdem lokal angebautes Gemüse, Acerola, zubereitete Speisen und Süßwaren. Beim Erkunden der lokalen Esskultur stehen damit sowohl frische Produkte als auch bereits zubereitete Angebote im Blick.
Ein besonderes herbstliches Gericht ist Harakomeshi, das aus aufsteigendem Lachs zubereitet wird. In Restaurants wird der Reis üblicherweise von Beginn an mit Lachssud gekocht. In Haushalten wird der Sud häufig erst nach dem Kochen nach und nach unter weißen Reis gemischt. Der Überlieferung zufolge entstand Harakomeshi in Watari; heute wird das Gericht in vielen Restaurants der Stadt angeboten. Familienrezepte dazu werden seit langer Zeit von Schwiegermüttern an Schwiegertöchter weitergegeben. Die unterschiedlichen Zubereitungsweisen machen Harakomeshi zu einem konkreten Zugang zur regionalen Küchenkultur.
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