Iwojima: Vulkaninsel und Gedenkorte
Unterkünfte in Iwojima
Iwojima ist eine Vulkaninsel, deren Landschaft und Geschichte eng miteinander verbunden sind. Fumarolengebiete prägen große Flächen; zugleich erinnern Friedhöfe, Tunnel und Denkmäler an die Menschen und Ereignisse, die die Insel geprägt haben. Wer sich für Natur und Geschichte interessiert, begegnet hier einem ungewöhnlichen Zusammenspiel: einer Insel, deren geologische Veränderungen andauern, und Orten, an denen unterschiedliche Kapitel ihrer Vergangenheit sichtbar werden.
Vulkanische Landschaft im Wandel
Iwojima liegt etwa 280 Kilometer südlich von Chichijima. Zusammen mit Kita Iwo Jima und Minami Iwo Jima bildet sie die Vulkaninseln. Die Insel erstreckt sich in nordöstlich-südwestlicher Richtung über 8,5 Kilometer und ist 4,5 Kilometer breit. Sie ist ein ständig überwachter Vulkan: Die rasche Hebung der gesamten Insel setzt sich fort, und an mehreren Stellen kommt es zu Ausbrüchen. Großflächige Fumarolengebiete und einzelne Fumarolen gehören ebenfalls zu ihrem Erscheinungsbild. Das macht die vulkanische Prägung nicht zu einem bloßen Hintergrund, sondern zu einem wesentlichen Teil der Identität Iwojimas.
Mit 170 Metern ist Suribachiyama, auch Pipe Mountain genannt, der höchste Gipfel der Insel. Von Chin-kon no Oka aus blickt man auf den Berg und über die Südküste Iwojimas. Diese Aussicht verbindet zwei prägnante Merkmale der Landschaft: den markanten Gipfel und die Küstenlinie. Die Insel lässt sich so zugleich als vulkanischer Naturraum und als Schauplatz einer vielschichtigen Geschichte verstehen.
Gedenkorte und Erinnerung
Chin-kon no Oka wurde 1983 von Tokio zum Gedenken an alle japanischen und amerikanischen Kriegstoten errichtet. Auf dem Gipfel des Suribachiyama befinden sich drei weitere Denkmäler: eines für die japanischen Kriegstoten, eines für die Spezialeinheiten und eines für die Landung der US-Marines. Die Gedenkorte setzen unterschiedliche Schwerpunkte und machen sichtbar, dass die Erinnerung an den Krieg mehrere Gruppen und Perspektiven umfasst.
Das Iwo-Jima-Kriegsopferdenkmal steht über dem Tenzan-Tunnel. Dieser diente als Kommandostelle des nördlichen Marinebereichs und war ein Ort der letzten organisierten Kämpfe. Das Denkmal wird auch Tenzan-Gedenkmal genannt. Ein weiterer Erinnerungsort ist der Friedensgedenkfriedhof der früheren Inselbewohner. Er wurde 1990 auf dem Gelände des Friedhofs der Inselbewohner aus der Vorkriegszeit fertiggestellt. Zusammen mit den Denkmälern auf Chin-kon no Oka und Suribachiyama gehört er zu den Orten, die mit dem Gedenken an Iwojimas Vergangenheit verbunden sind.
Tunnel und historische Spuren
Die Tunnel der Insel erzählen von verschiedenen Nutzungen und Abschnitten ihrer Geschichte. Der Awazu-Tunnel unter Chin-kon no Oka ist etwa 630 Meter lang. Der Medizinische Tunnel der Wacheinheit der Marine ist 112 Meter lang; darin befinden sich Gegenstände, bei denen es sich vermutlich um medizinische Utensilien handelt, sowie Haushaltsgegenstände. Eine natürliche Höhle mit mehreren Seitengängen bildet den Tunnel des Armeehauptquartiers. Dort sind Räume aus Stahlbeton aus der damaligen Zeit erhalten. Die verschiedenen Bauformen – Tunnel, Höhle und befestigte Räume – vermitteln ein konkretes Bild der baulichen Spuren, die mit der Inselgeschichte verbunden sind.
Besiedlung und frühere Lebensgrundlagen
Die Erschließung Iwojimas begann im Juni 1889. Damals reiste der Bewohner Tanaka Eijiro von Chichijima mit mehr als zehn Personen auf der dort gebauten Nanyōmaru zur Insel, um Haifischerei und Schwefelgewinnung zu betreiben. Später verlagerte sich die wichtigste Erwerbsgrundlage vom Schwefelbergbau auf eine Landwirtschaft, die das flache Land und die Erdwärme der Insel nutzte.
Auch Spuren des Lebens vor dem Krieg gehören zu dieser Geschichte. Im Bezirk Motoyama befand sich damals die größte Siedlung der Insel; der Iwo-Jima-Schrein diente den Inselbewohnern als sozialer Treffpunkt. Bei den Überresten einer Zuckerrohrpresse wurde eine von Rindern angetriebene Maschine genutzt: Sie verarbeitete Zuckerrohr zu Zucker, und aus den Pressrückständen wurde Zuckerrohrschnaps hergestellt. Diese Details ergänzen die Gedenkorte um Einblicke in Alltag, Arbeit und gemeinschaftliches Leben auf Iwojima.
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