Casamaggiore entdecken: Hügelkamm, Heiligtum und Ortsgeschichte
Unterkünfte in Casamaggiore
Casamaggiore liegt auf einem Hügelkamm im Gemeindegebiet auf etwa 354 Metern über dem Meeresspiegel. Die Höhenlage ist der erste feste Bezugspunkt für den Ort. Zu den historischen Themen von Casamaggiore gehören Kirchen, antike Religionsgeschichte und Erinnerungen an die Weltkriege. Zu den konkreten Schauplätzen zählen die Chiesa della Madonna della Neve, das Heiligtum der Göttin Cel und das Monumento ai Caduti di Casamaggiore.
Wege und Ortslage
Casamaggiore liegt an der Straße vom Hauptort zur Provinzstraße, die Gioiella und Pozzuolo verbindet. Außerdem war Casamaggiore eine der 14 Poststationen des Chiugi Perugino. Die Verbindung vom Hauptort zur Provinzstraße und die Orte Gioiella und Pozzuolo geben der Lage einen klaren räumlichen Bezug. Die Chiesa della Madonna della Neve liegt in Casamaggiore an der Straße nach Pozzuolo. Für eine kulturhistorische Orientierung gehören daher sowohl die Straßenverbindungen als auch die frühere Poststation zur Geschichte des Ortes.
Das Heiligtum der Göttin Cel
Bei Casamaggiore, unmittelbar abseits der Höhenstraße nördlich von Gioiella, wurde ein bedeutendes Heiligtum der Göttin Cel errichtet. Mit Casamaggiore verbunden sind fünf Bronzestatuetten. 1902 wurden sie von dem Grundbesitzer Raniero Romizi entdeckt; drei Stücke sind männlich, zwei weiblich. Alle fünf tragen dieselbe etruskische Inschrift, die senkrecht über dem Gewand verläuft.
In der Übersetzung bedeutet die Inschrift: „Ich gehöre der Mutter Cel am Ort der Cel, also im Heiligtum.“ Die Formulierung ist als Widmung in der ersten Person gehalten. Damit bleibt bei den Bronzestatuetten neben ihrer Fundgeschichte auch die religiöse Verbindung zur Göttin Cel erhalten.
Kirchen zwischen Bau und Wiederaufbau
Die früheste Verbindung zu Casamaggiore betrifft den Bau der Chiesa della Madonna delle Grazie durch Herzog Fulvio Iunior Della Corgna. Die ursprüngliche Chiesa della Madonna della Neve wurde um 1300 errichtet. Nach ihrer vollständigen Zerstörung durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1953 wiederaufgebaut. An einen außergewöhnlichen Schneefall mitten im Sommer erinnert die Kirche ebenfalls. Bei der Madonna delle Grazie steht der Herzog im Mittelpunkt, bei der Madonna della Neve stehen Bau, Zerstörung und Wiederaufbau im Vordergrund.
Kriegsgeschichte und Gedenken
Casamaggiore und der angrenzende Ortsteil Frattavecchia waren während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen der Schlacht am Trasimenischen See Schauplätze heftiger Kämpfe. Das Monumento ai Caduti di Casamaggiore erinnert an die Gefallenen der Siedlung im Ersten Weltkrieg von 1915 bis 1918. Für Kulturinteressierte liegen hier antike Religionsgeschichte, Kirchenbau und Kriegsgedenken in klar unterscheidbaren Themenfeldern. Die historischen Bezüge reichen dabei von der Göttin Cel und den Bronzestatuetten bis zu den Erinnerungen an die beiden Weltkriege.
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