Villarosa: Berglandschaft, Museen und alte Kulturen
Unterkünfte in Villarosa
Villarosa verbindet die Bergregion der Erei mit einer ungewöhnlich vielfältigen Geschichte. Der Ort liegt zwischen dem Fluss Salso beziehungsweise Imera Meridionale und dessen Nebenfluss Morello. Wer eine Reise nach Sizilien mit Kultur, Landschaft und Einblicken in das Leben früherer Generationen verbinden möchte, findet hier ganz unterschiedliche Anknüpfungspunkte – von der Ortsgründung im 18. Jahrhundert bis zu archäologischen Spuren aus vorchristlicher Zeit.
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Foto: trolvag via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Ortsgeschichte und Bergbautradition entdecken
Das heutige Ortszentrum von Villarosa wurde 1762 gegründet. Am 10. April desselben Jahres erhielt Placido Notarbartolo-Zati die „Licentia Populandi“. Eine weitere wichtige Epoche begann mit der Schwefelbergbau-Aktivität, die zwischen dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert einsetzte. Diese Vergangenheit wird in mehreren Einrichtungen greifbar, ohne dass sich die Geschichte auf ein einziges Museum beschränkt.
Das Treno Museo befindet sich in speziell umgebauten Güterwagen im Bahnhof von Villarosa. Bewahrt werden dort Möbel, Haushaltsgegenstände, Geräte, Werkzeuge und Zubehör der Bauern und Bergleute des Ortes. Im Casa Museo Villapriolo steht dagegen die Casa dello Zolfataio im Mittelpunkt, ein originales Bauernhaus aus dem späten 19. Jahrhundert. Zu den Ausstellungsstücken gehört eine italienisch-schweizerische Dreschmaschine aus dem Jahr 1955, die zur Getreideernte diente. Außerdem umfasst das Museum eine originalgetreue Rekonstruktion der Bottega del Ciabattino. Besuche sind nach vorheriger Reservierung möglich; Gruppen und Schulklassen können sich montags bis freitags anmelden.
Auch das Museo della Memoria führt in die lokale Vergangenheit. Es ist in der Villa Lucrezia eingerichtet, einer Sommerresidenz einer bedeutenden örtlichen Baronialfamilie aus dem 19. Jahrhundert, und zeigt ethnografische Sachzeugnisse der örtlichen bäuerlichen und bergmännischen Gesellschaft. Am Monumento all’Emigrante erinnert ein Grubenwagen aus dem Bergbaubezirk Charleroi in Belgien an ausgewanderte Bergleute aus Villarosa und ihre Abreise in Bergwerke jenseits der Alpen. Das Cimelio delle Acque von 1876 widmet sich wiederum der Wasserversorgung im Bahnhof. Fotografien zeigen die Sorgente Gazzana, deren Wasser für Dampflokomotiven genutzt wurde.
Kirchen, Berge und archäologische Plätze
Die Chiesa Immacolata Concezione steht auf den Fundamenten der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kirche Madonna di Magando. Im Inneren befinden sich drei Marmoraltäre: Der zentrale Altar ist der Unbefleckten Empfängnis geweiht, die seitlichen dem Heiligsten Herzen beziehungsweise der Madonna del Carmelo.
Für Natur- und Landschaftseindrücke bieten die Höhenzüge rund um Villarosa ein anderes Reisethema. Der Monte Marcasita ist ein 590 Meter hoher Höhenzug südlich des Ortes; in seiner Nähe verläuft der Fluss Morello. Das Gebiet des Lago Morello gehört derzeit zu einer Naturoase von erheblichem faunistischem Interesse. Der Monte Giulfo erreicht etwa 761 Meter über dem Meeresspiegel und überragt das bebaute Gebiet von Villarosa.
Auf dem Monte Giulfo liegt eine archäologische Stätte mit einem Heiligtum, in dem wahrscheinlich Riten im Zusammenhang mit den Thesmophorien abgehalten wurden. Die dortige Siedlung datiert vom späten 7. Jahrhundert bis in die ersten Jahrzehnte des 5. Jahrhunderts v. Chr. Eine weitere prähistorische Stätte ist Case Bastione im Gebiet von Villarosa. Die Nutzungsphasen der Struktur Capanna 5 wurden auf die Zeit zwischen 2500 und 1800 v. Chr. datiert. Damit können Sie bei Ihrer Reise zwischen verschiedenen historischen Epochen wählen und den Schwerpunkt auf Ortsgeschichte, Bergbau oder Archäologie legen.
Traditionen und eine passende Unterkunft wählen
Zur lokalen Prägung gehören außerdem die Gebäcktraditionen von Villarosa. Sfilici, Vucciddati mit Mandeln und Feigen, Calinoli und Mustazzoli geben der kulinarischen Seite des Ortes ein eigenes Gesicht. Die Festa della Madonna della Catena findet in einem Marienheiligtum auf einer Anhöhe etwa einen Kilometer vom Ortszentrum Villarosas entfernt statt. Früher wurde sie als Abschluss der landwirtschaftlichen Arbeiten gefeiert.
Bei der Wahl Ihrer Ferienwohnung oder Ihres Ferienhauses können Sie sich an der gewünschten Mischung aus Kultur, Landschaft, Archäologie und regionalen Traditionen orientieren. Wer Museen und Ortsgeschichte in den Mittelpunkt stellt, plant anders als Reisende, die vor allem die Höhenzüge, den Lago Morello oder die antiken Stätten kennenlernen möchten. So bleibt Villarosa ein Ziel für eine vielseitige Sizilienreise, bei der jeder Tag einen anderen Zugang zur Geschichte und Landschaft eröffnet.
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