Brosso: Wege, Bergbaugeschichte und Kirchenkunst
Unterkünfte in Brosso
Ein anschaulicher Zugang zur Ortsgeschichte führt über die Strada delle Vote: Sie verläuft von Brosso am linken Ufer des Torrente Assa entlang nach Calea. Entlang des Weges sind Stolleneingänge, Schmieden, Röstöfen, große Wasserspeicher, Kapellen, Totenkapellen, die Palazzi Sclopis und Ruinen von Wohnhäusern zu sehen.
Strada delle Vote und La Pera Riunda
Die beiden Wege unterscheiden sich deutlich: Die Strada delle Vote ist vollständig gepflastert, und der Spaziergang weist einen mittleren Schwierigkeitsgrad auf. Der Weg zu La Pera Riunda ist dagegen anspruchsvoll und für erfahrene Wanderer geeignet.
Bergbaugeschichte am Torrente Assa
Die industrielle Vergangenheit zeigt sich entlang des Torrente Assa in metallurgischen Stätten mit zahlreichen Röstöfen, Waschbecken, Schmieden und mechanischen Pochwerken. Sie dienten der lokalen Eisenverarbeitung im Niedrigfeuerverfahren beziehungsweise nach der sogenannten Brossasca-Methode. Auch die Minen von Brosso sind seit langer Zeit für den Reichtum und die große Vielfalt ihrer Mineralien bekannt.
Eine weitere historische Spur führt zur kleinen Kirche San Rocco. Sie wurde 1630 als Votivkirche errichtet, nachdem die Bevölkerung während einer Pestepidemie dem Heiligen ein Gelübde abgelegt hatte. Das heute profanierte Gebäude beherbergt eine Dauerausstellung von Mineralien und alten Arbeitsgeräten.
La Pera Riunda und Drera e Pian degli Alemanni
La Pera Riunda ist ein riesiger, pilzförmiger Findling, der von einem Gletscher transportiert wurde und auf verdichtetem Moränenmaterial ruht. Erreichbar ist der Findling über einen alten Weg innerhalb des alten Bergbaugebiets. Das verbindet eine auffällige geologische Form mit einem Gelände, in dem die Geschichte des Bergbaus unmittelbar präsent bleibt.
Drera e Pian degli Alemanni ist ein historisch-kulturell bedeutendes Gebiet mit Blick auf das Moränenamphitheater. In diesem Gebiet führen Wege zu alten Bergbaustätten. Entlang des Weges sind noch die Überreste alter eisenhaltiger Quellen mit rotem Wasser und schwefelhaltiger Quellen zu sehen. Landschaft, Moränenrelief und industrielle Vergangenheit treten hier gemeinsam in Erscheinung.
Kirchen und Ausstellungen
Die Pfarrkirche San Michele Arcangelo bringt eine vielschichtige sakrale Geschichte zusammen. Ihr Inneres hat ein einschiffiges Langhaus mit neun Altären, reicher Dekoration und zahlreichen Gemälden. Das Langhaus ist halbgotisch, der Chorraum barock. Die Kirche soll um das Jahr 1000 erbaut worden sein und gilt als ältestes Gebäude der Vikarie und des Tals. Außerdem befindet sich dort eine 1856 von Felice Bossi gefertigte Orgel.
In Cà ad Martolo gibt es fünf Ausstellungsbereiche zu Ort, Menschen, Geschichte, Mineralien und Arbeitsgeräten. Damit reicht das kulturelle Spektrum von der sakralen Architektur und ihrer Ausstattung bis zu den Materialien und Tätigkeiten, die mit der lokalen Bergbau- und Eisenverarbeitung verbunden sind.
Weitere Orte
Weitere Orte: Valprato Soana, Cavour, Montanaro, Prali, Andezeno, Borgaro Torinese, San Didero, Maglione.
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