Hafnir: Fischereigeschichte, frühe Besiedlung und Vogelwelt
Unterkünfte in Hafnir
Fischerdorf mit Spuren früher Besiedlung
Hafnir verbindet die Geschichte einer einst dicht besiedelten Fischersiedlung mit besonderen Naturbeobachtungen auf Reykjanes. Bis um 1900 spielte hier umfangreicher Fischfang von großen Booten aus eine wichtige Rolle; die Siedlung entwickelte sich rund um den bedeutenden küstennahen Fischfang. Wer sich für die Vergangenheit des Ortes interessiert, findet außerdem Hinweise auf eine sehr frühe Besiedlung: In Hafnir liegen Überreste der ältesten Besiedlung auf der Reykjanes-Halbinsel, die auf das 9. Jahrhundert datiert werden.
Auch spätere Spuren der Besiedlung gehören zum Ortsbild der Geschichte. Südlich von Kalmanstjörn liegen Überreste einer früheren Ansiedlung aus vergangenen Jahrhunderten. Der Ort war ein ehemaliger Hof und früherer Herrensitz. In Kalmanstjörn stand einst eine Kirche; Reste ihres Friedhofs sind vermutlich noch sichtbar. In Hafnir wurden zudem Überreste eines Wohnplatzes aus frühester Zeit erforscht. Nach Einschätzung der Gemeinde liefern sie neue Erkenntnisse über die Besiedlung Islands.
Kirchjuvogur und die Geschichte des Jamestown
Kirkjuvogur war ein Herrenhof in Hafnir und eine angegliederte Kirchenstätte der Gemeinde Grindavík. Kirkjuvogur ist außerdem die einzige schwarze Holzkirche auf der Reykjanes-Halbinsel. Die Ortsgeschichte reicht aber auch über die Besiedlung hinaus: In Hafnir befindet sich ein Anker des Geisterschiffs Jamestown, das 1881 an Land trieb. Diese unterschiedlichen Zeugnisse geben Anlass, Hafnir nicht nur als ehemaligen Fischereiort, sondern auch als Ort mit einer vielschichtigen Geschichte wahrzunehmen.
Nördlich von Hafnaberg liegt Junkaragerði, eine Siedlung in Höfnum. Zusammen mit den historischen Orten in Hafnir und Kalmanstjörn zeigt sie, wie eng die Ortsnamen dieser Gegend mit früherer Besiedlung verbunden sind. Wer die Geschichte Reykjanes’ besonders interessiert, kann diese Spuren neben den Naturbeobachtungen als eigenen Schwerpunkt der Reise betrachten.
Vogelwelt am Hafen und in der Umgebung
Für Naturinteressierte bietet Hafnir einen anderen Zugang zur Gegend: Nahe dem Hafen können Meergänse von Ende September bis Mitte April beobachtet werden. Am Hafen gibt es außerdem Vogelbilder und Informationen über die Vögel der Umgebung. Im Lavagestein und im kurzen Gras rund um Hafnir brüten Große Raubmöwen und Schmarotzerraubmöwen.
Auch Ósar ist für die Vogelwelt und die Meeresbiologie von Bedeutung. Die nahe Hafnir gelegene Meeresbucht entstand durch Bodensenkung und ist von der Straße 44 aus in kurzer Gehentfernung erreichbar. Wer bei der Ferienplanung besonders an Natur interessiert ist, kann diese Bucht neben den Beobachtungsmöglichkeiten am Hafen berücksichtigen. Hafnaberg setzt einen weiteren Akzent: Die Klippen sind eine Geostätte im UNESCO Global Geopark Reykjanes. Vom Parkplatz an der Straße führt ein markierter Weg dorthin; der Parkplatz liegt 4 km von Hafnir entfernt.
Welche Lage passt zu Ihrem Aufenthalt?
Eine weitere Besonderheit lässt sich während der Fahrt auf der Straße zwischen dem Kraftwerk Reykjanes und Hafnir entdecken: Dort können die Planeten auf Reykjanes beobachtet werden. Dieses Erlebnis ergänzt die Natur- und Geschichtsthemen um einen Blick auf ein anderes, entlang dieser Strecke sichtbares Motiv.
Für weitere Ortsideen finden Sie auch Sandgerði, Vogar, Gardur, Njardvik, Kálfatjörn, Grindavík und Reykjanesbær.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Suðurnes.