Kurevere – Kulturlandschaft, Kultsteine und Jaagarahu
Unterkünfte in Kurevere
Kurevere verbindet eine teilweise geschützte Landschaft mit eindrucksvollen Spuren menschlicher Geschichte. Ein Teil des Dorfes liegt im Vilsandi-Nationalpark. Dort sind historische Waldflächen, drei alte Bauernhofstellen und eine teilweise offene Kulturlandschaft erhalten. Wer für seine Reise Natur, Archäologie und ländliche Kultur miteinander verbinden möchte, findet in Kurevere viele unterschiedliche Anknüpfungspunkte.
Landschaft zwischen Wald, Mooren und Bauernhöfen
Im Nationalparkteil von Kurevere liegen historische Waldflächen und Quellmoore. Zugleich wird eine teilweise offene Landschaft als repräsentative Kulturlandschaft eingestuft. Diese Verbindung aus Wald, offenen Flächen und Spuren früherer Bewirtschaftung prägt den Charakter des Ortes. Steinmauern befinden sich vor allem rund um historische Bauernhöfe und auf deren Feldern. Sie machen sichtbar, wie eng die bäuerliche Nutzung mit der Landschaft verbunden war.
Ein besonderer Wegabschnitt führt von den Ländereien des Bauernhofs Ossi bis zum Bauernhof Harila. Dieser historisch bedeutende Abschnitt ist in der Landschaft erhalten und zu Fuß begehbar. Für Ihre Tagesplanung bietet sich damit eine Möglichkeit, die Umgebung nicht nur aus dem Fahrzeug, sondern auch auf einem erhaltenen historischen Weg kennenzulernen. Die kleineren Wege zu heute zerstörten Bauernhöfen sind dagegen für Autos schwierig oder überhaupt nicht befahrbar.
Historische Bauernhöfe und archäologische Spuren
Zu den bemerkenswerten ländlichen Zeugnissen gehört der Bauernhof Maandli. Im ehemaligen Kirchspiel Kihelkonna wurde er als eines der gut erhaltenen, weiterhin genutzten Rauchstubenhäuser kartiert. Auch die größere Scheune auf dem Flurstück Harila wurde besonders wertvoll bewertet. Wer sich für traditionelle Bauformen und die Geschichte des Landlebens interessiert, kann diese Orte als thematische Schwerpunkte in die Reiseplanung aufnehmen.
Die Geschichte Kureveres reicht noch weiter zurück. Das Kurevere-Steingräberfeld war über einen sehr langen Zeitraum als Begräbnisstätte in Gebrauch. Bei Untersuchungen in den Jahren 1874, 1877 und 1965 wurden dort Funde aus dem 7. bis 12. Jahrhundert geborgen. Alte Steinhaufen gelten außerdem als Hinweis auf die früheste Landwirtschaft in Kurevere. Am Anfang des Kais von Jaagarahu steht zwischen Wacholdern ein Gedenkstein für die Deportierten, der am 17. Juni 1989 errichtet wurde.
Kultsteine und die Geologie von Jaagarahu
Außerhalb des Nationalparkteils gibt es sieben Kurevere-Kultsteine. Die meisten besitzen eine oder zwei Vertiefungen, während ein Stein 62 Vertiefungen aufweist. Diese Steine dienten im 1. Jahrtausend v. Chr. als Kultobjekte. Es wird angenommen, dass sie von alten Feldern östlich ihrer heutigen Lage dorthin gebracht wurden. Die vorsichtige Formulierung gehört zur Geschichte dieses ungewöhnlichen Fundbestands und macht ihn gerade für kulturgeschichtlich interessierte Besucher spannend.
Zwischen dem Hafen Jaagarahu und dem Dorf Kurevere liegen die Jaagarahu-Steinbrüche. An der über dem Wasser liegenden Wand tritt der untere Teil der Jaagarahu-Formation zutage; der aufgeschlossene Kalkstein enthält Reste von Stromatoporen. Der geologische Aufschluss ist dauerhaft erhalten, dort wachsen Bäume und Sträucher. Bei Jaagarahu befindet sich außerdem ein mit Wasser gefüllter, aufgegebener Kalksteinbruch. So ergänzen geologische Besonderheiten die kulturhistorischen Eindrücke des Ortes.
Welche Unterkunft passt zu Ihrer Reiseplanung?
Für eine Reise mit Schwerpunkt auf Landschaft eignen sich die Themen Wald, Quellmoore und Kulturlandschaft als Ausgangspunkt. Wenn historische Spuren im Mittelpunkt stehen sollen, bieten Bauernhofstellen, Steingräberfeld, Kultsteine und der erhaltene Wegabschnitt von Ossi nach Harila vielfältige Gesprächs- und Entdeckungsmöglichkeiten. Für geologisch interessierte Tage ergänzt Jaagarahu die Auswahl.
Beachten Sie bei Ihrer Planung die unterschiedlichen Bedingungen vor Ort: Nicht jeder kleinere Weg zu den zerstörten Bauernhöfen ist mit dem Auto befahrbar, während die spätere Brücke auf der Straße zum Hafen Jaagarahu als Straßenbrücke genutzt wird.
Weitere Orte für Ihre Reiseplanung
Für die weitere Orientierung können Sie auch Tammese, Undva, Abula, Rootsiküla, Mäebe und Kihelkonna aufrufen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kihelkonna.