Nachtsheim – Wandern und lokale Geschichten
Unterkünfte in Nachtsheim
Nachtsheim lässt sich auf einer Wanderung ebenso entdecken wie über seine besonderen Geschichten: Das Strühmannspettje führt zu Aussichtspunkten, historischen Orten und zur Heinzelmännchens Höhle. Im Ort erzählen eine Felsengrotte, eine Pietà und eine Wallfahrt von unterschiedlichen Seiten der lokalen Tradition. So können Sie für Ihren Aufenthalt zwischen Bewegung in der Landschaft und kulturgeschichtlichen Entdeckungen gewichten.
Das Strühmannspettje: eine Runde mit Aussicht und Geschichte
Das Nachtsheimer Strühmannspettje ist ein mittelschwerer Rundwanderweg um die Ortsgemeinde. Die Strecke ist 11,7 Kilometer, also rund 12 Kilometer, lang; für die Wanderung ist eine Dauer von etwa dreieinhalb Stunden angegeben. Unterwegs gehören historische und naturräumliche Sehenswürdigkeiten sowie Aussichtspunkte zum Weg. Dazu zählt der Blick über das Mimbachtal von Liegebänken am Hang oberhalb der Heinzelmännchens Höhle.
Die Runde führt durch das Mimbachtal zur Heinzelmännchens Höhle. Entlang der Virneburger Grenze geht es zur Muttergottesgrotte „Im Kesselchen“ und weiter zum Römischen Steinbruch und zu den Römischen Hügelgräbern. Damit bietet der Weg verschiedene Anknüpfungspunkte: Sie können die Landschaft, die Aussicht und die historischen Orte als unterschiedliche Aspekte derselben Wanderung wahrnehmen. Wer Nachtsheim wegen dieser Runde als Reiseziel erwägt, kann die Strecke bei der Wahl des Urlaubsorts und der Ferienwohnung als wichtigen Teil des geplanten Aufenthalts berücksichtigen.
Für die Orientierung sollten Sie vorab den GPX-Track und die Wegkarte herunterladen, denn die Beschilderung ist abschnittsweise lückenhaft. Als Startpunkt wird die Gemeindehalle empfohlen. Dort stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, sofern die Halle nicht anderweitig genutzt wird. Der Weg ist für Menschen mit gesundheitlichen oder bewegungsbedingten Beeinträchtigungen nur bedingt geeignet. Länge, angegebene Dauer und diese Einschränkung helfen Ihnen, die Runde in Ihre Reiseplanung einzuordnen.
Grotte, Kirche und römische Spuren
Die kleine Felsengrotte im Nachtsheimer „Kesselchen“ entstand 1937. Josef, Peter und Aloys Gerharz sowie Peter Thome errichteten sie; dabei ließen sie einen kleinen Altarstein mit einer Muttergottesfigur in den Felsen ein. Bei einer späteren Sanierung wurden eine Treppenanlage und eine Sitzgelegenheit geschaffen. Die Grotte ist auch ein Ziel des Strühmannspettje und verbindet damit eine konkrete religiöse Tradition mit der Wanderung.
In der Pfarrkirche St. Stephanus steht eine Pietà: Die Figurengruppe zeigt Jesus nach der Abnahme vom Kreuz in den Armen der Schmerzensmutter Maria. Nach starken Beschädigungen war sie mehr als 30 Jahre im Keller der Kirche aufbewahrt worden. 2002 wurde sie restauriert und wieder aufgestellt. Ihre Geschichte macht die Pietà zu einem eigenen kulturgeschichtlichen Thema neben den Stationen im Freien.
Auch die römische Vergangenheit ist in der Umgebung Nachtsheims präsent. Das Römische Gräberfeld bei Nachtsheim war als Gräbergarten mit Hügelgräbern südlich der Koblenz-Lütticher Römerstraße angelegt. An dieser Straße befand sich ein römischer Straßenvicus. Auf dem Strühmannspettje führt der Weg weiter zu den Römischen Hügelgräbern und zum Römischen Steinbruch; so lässt sich die historische Dimension des Rundwegs auch bei der Wahl der eigenen Wanderschwerpunkte berücksichtigen.
Eine Wallfahrt und eine lokale Sage
In der Pfarrgemeinde St. Stephanus in Nachtsheim findet im Mai jährlich eine Wallfahrt nach Maria Martental statt. Die erste Fußwallfahrt wurde im Mai 1945 durchgeführt, nachdem rund 200 Gemeindemitglieder eine Versprechensurkunde unterzeichnet hatten. Die Tradition wird an jüngere Generationen weitergegeben. Für Besucher, die sich für gelebte Ortsgeschichte interessieren, ergänzt dieser wiederkehrende Brauch die älteren Zeugnisse aus Römerzeit und Kirche.
Eine andere Erzählung führt nach Nachtsheim: Der lokalen Sage nach flohen die Heinzelmännchen aus Köln und fanden unter anderem in Nachtsheim in der Eifel ein neues Zuhause. Die Heinzelmännchens Höhle ist zugleich ein Punkt am Strühmannspettje. Wer Wandern gern mit Geschichten verbindet, findet hier einen weiteren besonderen Bezug, ohne dass die Sage mit den historischen Orten gleichgesetzt werden muss.
Weitere Ortsseiten: Lind, Ochtendung, Monreal, Weißenthurm, Welschenbach, Nörtershausen, Brodenbach und Acht.
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