Westerholt
Unterkünfte in Westerholt
Mittelalterliche Malereien in einer historischen Kirche, ein rund 48 Kilometer langer Wanderweg und ein Windpark mit Besucherturbine geben Westerholt ein ungewöhnliches Profil. Wer den Ort für einen Familienurlaub oder eine aktive Auszeit in Ostfriesland auswählt, kann zwischen Kulturgeschichte, Radwandern und Erkundungen zu Fuß eigene Schwerpunkte setzen. Auch die markante Windenergieanlage mit Aussichtsrondell gehört zu den besonderen Themen des Ortes.
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Foto: Matthias Süßen via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Kirchengeschichte und Orgelkunst
Die Westerholter Kirche bewahrt Reste mittelalterlicher Malereien an ihrer Südwand. Auch die Holzkanzel macht sie bemerkenswert: Sie zählt zu den ältesten Holzkanzeln in Ostfriesland. Zur Geschichte der Kirche gehört zudem eine zeitweise Befestigung. Wall und Graben umgaben sie; als Wehrkirche schützte sie die Westgrenze des Machtbereichs der harlingerländischen Landeshäuptlinge. Diese Details erzählen von einer Zeit, in der ein Kirchenbau auch eine Schutzfunktion übernehmen konnte.
Ein weiterer historischer Akzent ist die Orgel der Westerholter Friedenskirche. Der Esenser Orgelbauer Arnold Rohlfs erbaute sie 1840 bis 1842. Das Instrument mit einem Manual, angehängtem Pedal und acht Registern ist weitgehend erhalten; 1988/89 restaurierte es Martin Haspelmath. Zusammen mit den mittelalterlichen Malereien und der alten Kanzel eröffnet die Orgel einen eigenen Blick auf die kirchliche Kulturgeschichte Westerholts. Wer sich für historische Baukunst und Instrumente interessiert, findet hier mehrere unterschiedliche Details statt nur eines einzelnen Erinnerungsstücks.
Windpark Norderland und Aussicht
Der Windpark Norderland liegt im Hammrich der Gemeinden Nenndorf, Westerholt und Schweindorf. Insgesamt 35 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 52,5 Megawatt nahmen Mitte 1998 den Betrieb auf. Eine für Besucher vorgesehene Anlage besitzt eine Innenwendeltreppe und ein verglastes Aussichtsrondell unterhalb des Maschinenhauses. Das Rondell befindet sich in 68 Metern Höhe. Bei gutem Wetter sind von dort die ostfriesischen Inseln und die ostfriesische Halbinsel zu sehen. Die besondere Kombination aus technischer Anlage und weitem Ausblick setzt einen anderen Akzent als die historischen Themen im Ort.
Westerholt aktiv erkunden
Für Touren mit dem Rad verfügt Westerholt über ein gut ausgebautes Radwandernetz. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann den Holtriem-Wander-Weg in den Blick nehmen. Der etwa 48 Kilometer lange Rundwanderweg verbindet vorhandene Wirtschaftswege und führt durch die landschaftlich reizvollen Gebiete Holtriems. Er ist gut ausgeschildert. Familien mit Kindern können Teilstrecken entsprechend ihrem Leistungsvermögen erkunden; der Weg muss also nicht als eine einzige lange Tour geplant werden. Die ungefähre Gesamtlänge hilft dabei, die eigene Tourenplanung von Anfang an passend auszurichten.
Auch die Straßenführung bietet eine konkrete Orientierung: Die Landesstraße 6 verläuft in Ost-West-Richtung, die Landesstraße 7 in Nord-Süd-Richtung; beide treffen sich im Kreisverkehr in Westerholt. Für die Wahl einer Ferienwohnung kann es hilfreich sein, zunächst zu überlegen, ob bei einem Aufenthalt eher Radtouren, Wanderabschnitte, Kirchenkunst oder der Blick vom Aussichtsrondell im Mittelpunkt stehen sollen. Diese Vorlieben geben dem Urlaub einen eigenen Schwerpunkt, ohne dass alle Erlebnisse in eine einzige Tour gepackt werden müssen.
Eine Spur aus der Bronzezeit
Ein Fund aus Terheide ergänzt die Ortsgeschichte um eine archäologische Entdeckung. Am 15. Januar 1872 fand Jacob Behrend Braams aus Nenndorf neben der Auricher Straße in Terheide ein Tongefäß mit zwei goldenen Kapseln. Die beiden Goldschalen aus Terheide bei Westerholt werden als bronzezeitliche Trinkgefäße gedeutet; möglicherweise wurden sie bei Opferhandlungen verwendet. Die vorsichtige Deutung lässt offen, welchem konkreten Zweck sie dienten, und macht den Fund zugleich zu einem spannenden Zugang zur frühen Geschichte der Region.
Die Goldschalen sind weiterhin im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover zu sehen. Duplikate befinden sich im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden. Wer den Aufenthalt über Westerholt hinaus mit Museumsbesuchen verbinden möchte, kann diese beiden Aufbewahrungsorte bei der weiteren Reiseplanung berücksichtigen.
Weitere Ortsseiten: Willmsfeld, Wittmund, Neuschoo, Werdum, Neuharlingersiel, Harlesiel, Nenndorf, Eversmeer.
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