Pirdop: Beckenlandschaft, Geschichte und Wege
Unterkünfte in Pirdop
Zwischen Balkangebirge und Sredna Gora verbindet Pirdop geschützte Landschaften mit einer bemerkenswerten Kulturgeschichte. In der Gemeinde treffen Zeugnisse aus verschiedenen Jahrhunderten auf Wege durch die Natur und auf Feste mit lebendigen lokalen Traditionen. Was Sie in den Mittelpunkt Ihrer Reise stellen möchten, kann auch bei der Wahl des Urlaubsorts eine Rolle spielen.
File:Sofia Province - Pirdop Municipality - Town of Pirdop - Elenska Basilica (2).jpg
Foto: Камен Ханджиев via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Beckenlandschaft und Natur entdecken
Die Gemeinde Pirdop nimmt den östlichen Teil des Zlatishko-Pirdop-Beckens ein. Das Becken wird im Norden vom Balkangebirge und im Süden von Sredna Gora begrenzt; westlich und östlich liegen die Gebirgsschwellen Koznitsa und Galabets. Diese geografische Lage prägt den Rahmen für eine Reise, bei der Landschaft und Kulturgeschichte gleichermaßen interessieren.
Das Gemeindegebiet liegt in den Natura-2000-Schutzgebieten BG0001389 „Sredna Gora“ nach der Habitat-Richtlinie 92/43/EWG und BG0002054 „Sredna Gora“ nach der Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG. Am Oberlauf des Flusses Bobyovitsa befinden sich sieben Wasserfälle. Wer gern draußen unterwegs ist, findet außerdem verschiedene Ziele für Ausflüge: Ein touristischer Weg führt von Pirdop über die Landschaft Bobyovitsa zur Pavel-Deliradev-Hütte und dauert ungefähr fünf Stunden. Pirdop ist zudem Ausgangspunkt touristischer Routen zur Paskal-Hütte.
Kirchen, Geschichte und Erinnerungsorte
Die Ruinen der frühchristlichen befestigten Elenska-Basilika stammen aus dem späten 5. oder der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts und gelten als Denkmal von nationaler Bedeutung. Die Elenska-Kirche war während des Zweiten Bulgarischen Reiches ein aktiv genutztes literarisches Zentrum. Mit ihr verbunden ist der Pirdop-Apostel, ein mittelbulgarisches Denkmal vom Beginn des 13. Jahrhunderts. Überliefert ist, dass es im 19. Jahrhundert in einer Nische der Kirche gefunden wurde.
In Pirdop wurde die Kirche „Mariä Himmelfahrt“ 1819 erbaut; sie gilt als ältestes Denkmal der bulgarischen Wiedergeburtszeit in der Umgebung. Besonders kunstvoll ist ihre geschnitzte Ikonostase aus Walnussholz. Sie stammt von Meistern der Debar-Schnitzschule und gehört zu den vier bis heute erhaltenen Arbeiten dieser Schule. Wer sich für kirchliche Kunst und Handwerk interessiert, kann diese Details bei der Beschäftigung mit der Geschichte des Ortes in den Blick nehmen.
Das Museum „Lukanova House“ in Pirdop ist ein Baudenkmal von lokaler Bedeutung. Das Gebäude wurde 1870–1872 errichtet. Auch die Gedenkschule „Todor Genchov Vlaykov“ erzählt von der Geschichte des Ortes: Sie gilt als einzige Gedenkschule Bulgariens. Sie erinnert an Einwohner von Pirdop, die in den Kriegen von 1912–1913 und 1915–1918 für ihr Land gefallen sind. Mit dem Bau der Schule wurde am 11. März 1932 begonnen.
Ein weiteres historisches Bauwerk ist die Kufarita-Brücke im Dorf Dushantsi. Sie stammt aus der Zeit der osmanischen Herrschaft und wurde auf den Fundamenten einer Brücke aus der Römerzeit errichtet. Die verschiedenen Orte und Bauwerke eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Geschichte: von frühchristlicher Architektur über religiöse Schnitzkunst bis zu Erinnerungskultur und Brückenbau.
Wege und Zeit am Dushantsi-Stausee
Am Dushantsi-Stausee beginnen Wanderungen zum Bahnhof Koprivshtitsa, zum Gipfel Klimash und nach Koprivshtitsa. Für den Gipfel ist eine Höhe von 1342 m angegeben. Die einzelnen Ziele geben Ihrer Ausflugsplanung verschiedene Richtungen, ohne dass die genannten Routen mit bestimmten Entfernungen oder Gehzeiten gleichzusetzen sind.
Die ausgedehnten Wiesen in der Umgebung des Stausees werden im Sommer zur Erholung genutzt. Im Juli und August sind dort gelegentlich kleine Zeltlager von Touristen aus Sofia und den nahe gelegenen Siedlungen zu sehen. An den Südufern ist außerdem ein freier Campingplatz eingerichtet. Der Stausee dient auch als Trainingsstützpunkt der bulgarischen Nationalmannschaft im Kanusport.
Feste und lokale Bräuche
Zu den wiederkehrenden Traditionen in Pirdop gehört „Peene na Prastenite“, ein Brauch am Neujahrstag, den die Gemeinde gemeinsam mit dem örtlichen Club „Rodolyubie“ auf dem Platz „Skalata“ veranstaltet. Frauen und Mädchen in Trachten singen Brauchlieder um einen festlich geschmückten Hartriegelzweig. Kinder und Mädchen legen Ringe und andere Gegenstände in einen Kupferkessel mit Wasser und Weizenkörnern. Das Fest macht lokale Bräuche durch Musik, Kleidung und Rituale anschaulich.
Auch im Jahreslauf gibt es weitere feste Termine: Die „Vlaykovi Days“ finden in der zweiten und dritten Maiwoche statt und enden traditionell am 24. Mai mit einem Festkonzert vor dem Kulturzentrum „Napredak“. Das Sommerfest von Pirdop bei der Elenska-Basilika wird seit 2017 am ersten Samstag nach dem 20. Juli veranstaltet. Ein Wintersport- und Tourismusfest in der Landschaft „Borova Gora“ fällt auf den letzten Samstag im Februar; dazu gehören Pferderennen für Jugendliche, Tauziehen und weitere Wettbewerbe für Kinder. Wer seinen Aufenthalt an einem bestimmten Fest ausrichten möchte, sollte den jeweiligen Termin in die Reiseüberlegungen einbeziehen.
Pirdop bietet dafür einen konkreten Ausgangspunkt, während die beschriebenen Ziele auch Interessen an Natur, Kultur und regionalen Traditionen ansprechen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Oblast Sofia / Sofia.
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