Castro: Tropeiro-Geschichte und niederländisches Erbe
Unterkünfte in Castro
Castro verbindet Erinnerungen an die Tropeiros mit der Geschichte niederländischer Einwanderer. Museen, historische Gebäude und der durch das Stadtgebiet fließende Rio Iapó eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Entwicklung der Stadt und der Campos Gerais. Wenn Sie für Ihre Reise einen kulturellen Schwerpunkt suchen, können Sie zwischen regionaler Geschichte, Architektur und niederländischer Folklore wählen.
Tropeiros und Stadtgeschichte
Das Museu do Tropeiro befindet sich in einem Haus aus dem 18. Jahrhundert an der Praça Getúlio Vargas Nr. 11 im Zentrum von Castro. Seine Sammlung erinnert an den Tropeirismus, der für die historische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Castros und Paranás von grundlegender Bedeutung war. Die Themen reichen von Tropeiros über historische Dokumente und Gegenstände bis zu sakraler Kunst und regionalem Kunsthandwerk. Weitere Zeugnisse des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Castro ergänzen diese Perspektive. So lässt sich die Geschichte der Tropeiros mit Einblicken in verschiedene Bereiche des lokalen Lebens verbinden.
Auch die Fazenda Capão Alto gehört zur Tropeiro-Geschichte: Sie war der erste Halt der Tropeiros in Castro und markierte den Beginn der Besiedlung der Campos Gerais. Die Fazenda ist als staatliches Kulturerbe eingetragen. Der Rio Iapó fließt durch das Stadtgebiet; der langsam fließende Fluss ist ebenfalls mit der Passage der Tropeiros verbunden. Zusammen geben diese Bezüge einen Eindruck davon, wie eng Castros Geschichte mit der Bewegung durch die Region verknüpft ist.
Historische Häuser und Architektur
Die Casa de Sinhara, auch Casa Mascarenhas genannt, zählt zu den ältesten Gebäuden im historischen Zentrum und prägt das historische Stadtbild. Das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete Haus zeigt Übergangsmerkmale zwischen kolonialer und neoklassizistischer Stadtarchitektur. Am 4. Januar 1982 stellte der Bundesstaat Paraná das Gebäude unter Denkmalschutz; wesentliche Teile seiner ursprünglichen Elemente sind erhalten. Die Casa da Sinhara eröffnet einen anderen Blick auf die Vergangenheit: Möbel, Accessoires und Haushaltsgegenstände aus der jeweiligen Zeit vermitteln den Alltag der Frauen von Castro im 17. bis 19. Jahrhundert.
Eine weitere historische Spur führt zur Estação Ferroviária de Castro. Der Bahnhof wurde im Dezember 1899 eröffnet und war ein Zeugnis des Eisenbahnverkehrs für Personen, Fracht und Waren in den Campos Gerais. Nachdem die Rede Ferroviária Federal S.A. ihn stillgelegt hatte, wurde das Gebäude 1992 durch Arbeiten der Stadtverwaltung umgenutzt. Seitdem beherbergt es Aktivitäten des städtischen Kulturamts und hat eine öffentliche und kulturelle Funktion behalten.
Niederländische Erinnerungen in Castrolanda
Das Centro Cultural Castrolanda besteht aus zwei Gebäuden: dem 2001 eröffneten Memorial da Imigração Holandesa und dem 2016 eröffneten Museu Histórico de Castrolanda. Gemeinsam bilden sie einen Komplex für die Kultur und Erinnerung der Gemeinschaft. Im historischen Museum erzählen Möbel und Gegenstände, die Familien der Pioniere gespendet oder ausgeliehen haben, von ihrer Suche nach einem neuen Leben in der neuen Heimat. Das Gebäude im Boerderij-Stil greift die Form typischer Bauernhäuser im Norden der Niederlande auf: Wohnbereich und Stall beziehungsweise Scheune sind darin miteinander verbunden.
Ein markantes Zeichen dieser Einwanderungsgeschichte ist die Moinho De Immigrant, auch Memorial de Imigração genannt. Das 37 Meter hohe Monument mit einer Holzkonstruktion ohne Nägel wurde 2001 anlässlich des 50. Jahrestags der Kolonie als Würdigung der niederländischen Einwanderer eröffnet. Im Inneren befinden sich eine ständige historische Ausstellung, ein Veranstaltungssaal, ein Café-Restaurant, ein Kunsthandwerksladen und eine Bibliothek. Zur Bewahrung niederländischer Traditionen dient auch die Grupo Folclórico Holandês de Castrolanda mit Tänzen und Musik. Gegründet wurde die Gruppe 1953 nach der Ankunft der ersten niederländischen Familien im Município de Castro. Die Jugendlichen standen unter der Leitung der Sportlehrerin Thilly Kleinsmidt und nannten die Tanzgruppe zunächst „Grupo Holandês em Tamancos“.
Wer sich für die religiöse Geschichte der Region interessiert, findet einen weiteren historischen Bezug in der Capela de Santo Antônio do Capão Alto. Sie wurde für die lokale Bevölkerung zu einem religiösen Bezugspunkt; dort fanden Taufen, Trauungen und Bestattungen der ersten Bewohner der Region statt. Damit reicht Castros kulturelles Erbe von der Tropeiro-Zeit über Einwanderung und Eisenbahn bis zu den Lebensgeschichten der ersten Bewohner.
Weitere Orte zum Entdecken
Weitere Ziele finden Sie unter Almirante Tamandaré, Santa Terezinha De Itaipu, União Da Vitória, Sarandi, Matelândia, Cornélio Procópio, Rolândia und Foz Do Iguaçu.
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