Ferienwohnung in Tegelen: Keramikkultur und historische Wege
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Foto: Michielverbeek via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Keramikkultur und historische Wege in Tegelen
Tegelen verbindet ein gut erkennbares industrielles Erbe mit Wegen durch den alten Ortskern und einer grünen Landschaft. Besonders prägend ist die Geschichte der Tonverarbeitung: Tegeler Töpfer arbeiten seit Hunderten von Jahren mit Tegeler Ton und stellen Gebrauchskeramik, dekorative Stücke sowie große Mengen an Fliesen her. So entsteht ein Ortsbild, in dem Handwerks- und Ortsgeschichte sichtbar miteinander verbunden sind.
Routen für Radfahrer und Spaziergänger
Die Fahrradroute „Kóm èns doeënderbeej“ ist etwa 17 Kilometer lang und verläuft rund um und durch Tegelen und Steyl. Ihr Beginn liegt an der Mosaikbank an der Ecke Spoorstraat–Grotestraat in Tegelen. Zum selben Programm gehört eine drei Kilometer lange Wanderroute durch das Zentrum von Tegelen.
Eine weitere Möglichkeit ist die etwa 8,7 Kilometer lange, kostenlose Erfgoud-Route durch Tegelen. Sie ist eine Kulturroute zur örtlichen Tonindustrie und führt an ehemaligen Töpfereien, Fabrikantenvillen, Eisenbahntunneln, Fabriken und einem mit der Tonindustrie verbundenen Friedhof vorbei.
Kultur zwischen Theater und Baugeschichte
Das Openluchttheater De Doolhof liegt unmittelbar neben dem Zentrum von Tegelen in einem etwa 1,7 Hektar großen Park mit altem Baumbestand. Bahnhof, Bushaltestelle und kostenlose Parkplätze sind zu Fuß in kurzer Entfernung erreichbar.
Auch die Architektur erzählt von der Entwicklung des Ortes. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Tegelen zu einem wichtigen Produktionszentrum für reich verzierte Keramik. Die Villa Maria wurde um 1894 für den Tonwarenfabrikanten Alfred Russel errichtet und besitzt ein angeschlossenes ehemaliges Laboratorium. Sie gilt als Ausdruck der Entwicklung der grobkeramischen Industrie am Ende des 19. Jahrhunderts, in der Tegelen das Zentrum bildete. Historische Fabrikgebäude und hohe Fabrikschornsteine sind weiterhin sichtbare Bestandteile des industriellen Erbes. Der Schornstein von Martinushof stammt aus dem Jahr 1964; sein zweifarbig verziertes Mauerwerk ist ein Beispiel für die Architektur der Delfter Schule. Ein Wandgemälde am Sockel zeigt die industrielle und keramische Vergangenheit Tegelens.
Im alten, ursprünglich mittelalterlichen Ortskern mit seinem charakteristischen Straßenmuster, dem trockenen Bett der Engerbeek und der Oude Markt ist die historische Struktur relativ gut erhalten. Besondere Wohnhäuser und Villen aus der Zeit um 1900 zeigen keramische Details und besondere, in den örtlichen Fabriken hergestellte Baumaterialien. Die Klosterkapelle von Ulingsheide stammt aus dem Jahr 1926 und wurde nach einem Entwurf des Architekten Frans Stoks errichtet. Als Trappisten-Klosterkapelle besitzt sie einen kultur- und architekturhistorischen Wert.
Grüne Verbindungen und Keramikzentrum
Die Aalsbeek fließt von der Steilkante bei Belfeld in Richtung Tegelen und mündet schließlich in die Maas. Zusammen mit der Belfeldse Molenbeek bildet sie eine grüne Verbindung durch ehemaliges Landwirtschaftsland. Die Engerbeek, die früher den Namen Mulbeek trug, floss bereits im Mittelalter von Venlo in Richtung Tegelen und trieb dort mehrere Wassermühlen an. Eine Wanderroute führt zum Keramiekcentrum De Tiendschuur und anschließend über Nabben/Middeltweg weiter.
Das Keramiekcentrum Tiendschuur entwickelte sich aus Sammlungen Tegeler Töpferwaren und befindet sich heute in einer restaurierten Zehntscheune aus dem 18. Jahrhundert, die Museum und Werkstatt beherbergt.
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