Ell entdecken: Kirche, Natur und historische Wege

Ell bietet Anknüpfungspunkte für eine Reise, bei der Kulturgeschichte, Naturbeobachtung und Bewegung unterschiedlich gewichtet werden können.

Kirche und mittelalterliche Geschichte

Ell entstand im späten Mittelalter und gehörte historisch zum Abteifürstentum Thorn. 1492 wurde in Ell eine spätgotische Kapelle gegründet und errichtet. 1808 wurde Ell zu einer selbstständigen Pfarrei erhoben; ihr Schutzpatron ist der heilige Antonius Abt.

Die Sint-Antonius-Abt-Kirche in Ell ist ein Rijksmonument mit der Denkmalnummer 22866. Die heutige neoromanische Sint-Antoniuskerk entstand 1912 nach einem Entwurf des Architekten Caspar Franssen und ersetzte den Vorgängerbau. Ihr Turm wurde 1944 gesprengt, die Kirche nach dem Krieg wiederhergestellt. 1953 wurde der Turm unter der Leitung von Jasper Franssen wiederaufgebaut und die Kirche nach Westen erweitert.

Zu den erhaltenen Details zählt eine spätgotische Eingangseinfassung aus Sandstein. In der Westfassade wurde das Portal der spätgotischen Kapelle als Einfassung des neuen Eingangsportals wiederverwendet. Die Kirche enthält außerdem Holzfiguren, darunter eine Sint-Anna-te-drieën und eine Figur des Sint-Antonius Abt; beide stammen aus dem 16. Jahrhundert.

Heijkersbroek: Natur westlich von Ell

Heijkersbroek ist ein 55 Hektar großes Naturgebiet westlich von Ell an der Tungelroyse Beek und der Ellerheide. Die Lage bildet einen landschaftlichen Gegenpol zur Bau- und Kirchengeschichte des Ortes.

Im Heijkersbroek kommen verschiedene Heuschrecken-, Libellen- und Schmetterlingsarten vor. Dazu zählen moerassprinkhaan, weidebeekjuffer und boomblauwtje. Zu den Pflanzen zählen bruin cypergras, teer guichelheil, schildereprijs, kruipende moerasweegbree und dwergbloem. Für Naturbeobachtungen ist der Raum dadurch besonders abwechslungsreich.

Wandern zwischen Weert und Ell

Die Etappe 07 des Pelgrimspad 2 führt von Weert nach Ell. Auf der Etappe Weert–Ell verläuft die Tungelroyse Beek abschnittsweise mäandernd; dort wurden Biber gesichtet. Der Bach wird damit zu einem markanten Landschaftselement dieser Wanderetappe.

Die Dorpswandeling Ell vermittelt die historische Atmosphäre des Land van Thorn und folgt der Knotenpunktfolge 11–31–33–34–35–32–71–70–11. Die Folge beginnt und endet am Knotenpunkt 11.

Die Ellerschans als historische Spur

Die heutige Ellerschans ist eine wiederhergestellte bäuerliche Fluchtschanz. Die ursprüngliche Ellerschans aus dem 17. Jahrhundert liegt einige Meter von der Rekonstruktion entfernt. Die Rekonstruktion wurde neben dem ursprünglichen Standort angelegt, um den Boden für künftige Archäologen zu schonen.

Früher diente die Ellerschans Bauern und ihrem Vieh als Zuflucht, wenn Kriegsgefahr drohte. Die Ellerschans ist ein einfaches Verteidigungswerk, meist mit einem Erdwall und einem Graben, das dazu diente, plündernde Soldatenbanden abzuwehren.

Die rekonstruierte Fluchtschanz nördlich von Ell wurde im 17. Jahrhundert als Zufluchtsort genutzt und ist in den Bronshornpad aufgenommen, einen Wanderweg rund um die Orte der ehemaligen Gemeinde Hunsel.

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