Ferienwohnung in Ustica: Vulkanlandschaft, Meeresschutz und Geschichte
Ustica ist vulkanischen Ursprungs. Im Naturschutzgebiet Riserva Naturale Isola di Ustica zeigt sich eine raue geomorphologische Landschaft mit schwarzen, durch Witterung geformten Vulkangesteinen. Dazu kommt das Meeresschutzgebiet Area Marina Protetta Isola di Ustica, das 15.951 Hektar umfasst und sich über etwa 15 Kilometer Küste erstreckt. Zwischen dunklem Gestein, geschütztem Meer und Spuren einer langen Besiedlung entsteht ein außergewöhnlich konkretes Bild dieser Insel.
Natur und Meer
Die Area Marina Protetta Isola di Ustica wurde 1986 gemeinsam mit Miramare in Triest als erstes Meeresschutzgebiet Italiens eingerichtet. Sie schützt Seegraswiesen aus Posidonia oceanica und die dort lebenden Organismen, darunter die Muschel Pinna nobilis. Zur artenreichen Meeresfauna gehören geschützte Arten wie die Unechte Karettschildkröte Caretta caretta sowie verschiedene Cetaceen, insbesondere Tümmler und Streifendelfine.
Auch das insgesamt 204,37 Hektar große Naturschutzgebiet Riserva Naturale Isola di Ustica bewahrt eine besondere Küstenvegetation. Dazu gehört eine endemische Art, deren Verbreitungsgebiet auf die Küsten der Provinz Palermo sowie auf Ustica, Favignana und Levanzo beschränkt ist, außerdem mediterrane Macchia. Die Reserve umfasst etwa 570 Pflanzentaxa, die überwiegend mediterranen Ursprungs sind. Während des Herbst- und Frühjahrszugs ist Ustica ein wichtiger Rast- und Nahrungsaufnahmeplatz für ansässige und ziehende Vögel.
Kultur und Geschichte
Im Villaggio preistorico dei Faraglioni ist eine gut erhaltene und vollständige Siedlung der mittleren Bronzezeit aus der Zeit von 1400 bis 1200 v. Chr. erhalten. Das Villaggio dei Faraglioni besitzt eine protourbane Anlage mit regelmäßigen Wegen und gilt als einer der bedeutendsten prähistorischen Komplexe des Mittelmeerraums. Das Archäologische Gebiet des Villaggio dei Faraglioni ist wegen außergewöhnlicher Instandhaltungsarbeiten vorübergehend geschlossen.
Das Museum im Komplex Largo di Guardia ordnet die Archäologie Usticas in zwei Pavillons. Pavillon A ist der Vorgeschichte Usticas gewidmet, Pavillon B der Zeit von der hellenistischen Epoche bis zur Spätantike. Eine weitere historische Spur ist die Falconiera Fortress: Sie ist eine antike römische archäologische Stätte, die unter bourbonischer Herrschaft zu einer großen Verteidigungsfestung am Rand eines alten Vulkankraters ausgebaut wurde.
Die Torre dello Spalmatore wurde 1763 als bourbonischer Wachturm errichtet und dient heute als Sitz der Area Marina Protetta. In der Torre dello Spalmatore finden informative und didaktische Aktivitäten, kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Präsentationen statt. Das Informationszentrum der Area Marina Protetta auf der Piazza Umberto I im Zentrum von Ustica bietet während der Sommersaison einen Raum für Besucher und veranstaltet Treffen, Ausstellungen und Seminare. Ebenfalls auf dem zentralen Platz befindet sich die Kirche Ferdinando Re, die als Sehenswürdigkeit empfohlen wird.
Die Rocca della Falconiera ist ein Aussichtspunkt mit Blick auf den Hafen, den Ort und weite Teile der Insel Ustica. So stehen an diesem Ort archäologische Vergangenheit, Festungsbau und der Blick auf die heutige Siedlung eng nebeneinander.
Unterwegs auf und unter der Insel
Der Sentiero di Mezzogiorno beginnt an der von den Bourbonen errichteten Torre S.Maria, führt über Punta Galera und endet an Punta Cavazzi. Im Norden Usticas beginnt der Sentiero del Bosco auf einem Weg, der früher von Köhlern genutzt wurde. Der Fußweg rund um Ustica dauert etwa fünf bis sechs Stunden.
Auch unter der Wasseroberfläche setzt sich die Landschaft fort. Punta Galera und Scoglio del Medico sind Tauchplätze. In der Grotta dei Gamberi befindet sich in etwa 37 Metern Tiefe eine Kolonie kleiner Krebstiere.
Eine geführte Schnorchelerfahrung trifft sich an der Cala Sidoti innerhalb der Zone A des Meeresschutzgebiets von Ustica. Bei dieser geführten Schnorchelerfahrung können Teilnehmende in sehr flachem Wasser Meeresfauna und -flora beobachten; laut Angebotsbeschreibung sind Schwimmkenntnisse nicht erforderlich.
Das Aquarium an der Cala Santa Maria verfügt über sechs große Becken, die typische Meereslebensräume Usticas in verschiedenen Tiefen darstellen. Es befindet sich im historischen Magazzino a mare im Zentrum der Cala Santa Maria, etwa 10 Meter von der Uferlinie entfernt.
Kulinarik und lokale Erzeugnisse
Die Lenticchia di Ustica ist ein Slow-Food-Presidio. Auf den fruchtbaren vulkanischen Böden Usticas wird sie traditionell vollständig von Hand angebaut. In der lokalen Küche wird die Linse für eine Suppe mit heimischem Gemüse sowie für Pasta e lenticchie mit gebrochenen Spaghetti verwendet.
Zur Weinproduktion Usticas gehört Zibibbo, aus dem Passito-Wein hergestellt wird. Eine weitere örtliche Spezialität ist die Pizza Usticese, die mit Tomatensoße, Sardellen, Knoblauch und Semmelbröseln zubereitet wird.
Anreise
Der Hafen von Ustica wird täglich von Tragflächenbooten und Fähren angelaufen, die auch Fahrzeuge befördern können.
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