Castellana Sicula: Murales, Madonie und Wege mit Geschichte

File:90020 Castellana Sicula, Province of Palermo, Italy - panoramio (1).jpg File:90020 Castellana Sicula, Province of Palermo, Italy - panoramio (1).jpg Foto: trolvag via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Castellana Sicula verbindet farbenfrohe Gegenwart mit archäologischen Spuren, Sakralbauten und abwechslungsreichen Wegen. Die Gemeinde liegt innerhalb des Parco delle Madonie und trägt wegen ihrer modernen Murales den Beinamen „Città dei Murales“. Dazu kommen Kirchen, das Museo Civico, historische Anlagen, Naturwege und örtliche Traditionen.

Murales, Kirchen und Museen

Ein auffälliger Teil des Ortsbildes sind die modernen Murales, die Castellana Sicula den Namen „Città dei Murales“ eingebracht haben. In Calcarelli befindet sich die Chiesa di San Giuseppe. Ihre alte Pfeifenorgel wird noch während der Gottesdienste verwendet; außerdem sind Decke und Wände der Kirche ausgemalt. In Frazzucchi steht die Chiesetta Madonna della Catena, die aus dem Jahr 1909 stammt.

Das Museo Civico befindet sich innerhalb des archäologischen Areals von Contrada Muratore und umfasst eine ethnografische sowie eine archäologische Abteilung. Zu seinen Beständen gehören eine kleine Sammlung archäologischer Funde, Gegenstände und Arbeitsgeräte aus der örtlichen bäuerlichen Kultur sowie eine besondere Sammlung präparierter und in Formalin konservierter Tiere. Die archäologische Abteilung zeigt Funde aus Contrada Muratore und weitere Funde aus Oberflächenbegehungen am Cozzo del Morto, Cozzo Zara, Monte Rotola Vecchia und Cozzo Re. Diese Funde belegen eine prähistorische menschliche Besiedlung dieser Orte.

Auch das Areal von Muratore selbst bietet ungewöhnliche historische Details: Eine Nekropole enthält drei vollständig in den Fels gehauene Hypogäen. Die Ausgrabungen legten dort den Siedlungsbereich und den öffentlichen Bereich eines wahrscheinlichen Pagus aus der römischen Kaiserzeit frei. Zu den wenigen bislang in Sizilien freigelegten Beispielen aus römischer Zeit gehören die Thermen von Muratore. Das Gebäude misst 19 × 20 Meter. Zum Areal gehört außerdem ein mehrlappiger Thermalkomplex mit angrenzenden Räumen um einen kleinen Innenhof, einem hochwertig gepflasterten Boden und einem gut erhaltenen Umgang.

Wandern, Radfahren und Natur entdecken

Mehrere Wege geben der Landschaft rund um Castellana Sicula unterschiedliche Schwerpunkte. Der geologische Weg G7 „Le pietre e l’acqua“ verläuft im Gebiet von Castellana Sicula vom Mulino Petrolito zum Cozzo Morto. Er verbindet naturkundliche und geologische Aspekte mit Spuren menschlicher Tätigkeit. Der Weg ist 2,228 Kilometer lang, dauert etwa zwei Stunden in Richtung Ziel und eine Stunde für den Rückweg und hat den Schwierigkeitsgrad E.

Der Weg 553 wechselt zwischen Abschnitten in mediterraner Vegetation und weiten Ausblicken auf das Tal des Südlichen Imera. Die anspruchsvolle Wanderung beginnt in der Borgata Nociazzi in der Nähe von Castellana Sicula und führt zum Santuario Madonna dell’Alto, einem Sakralbau aus dem 15. Jahrhundert. Eine weitere Verbindung zum Heiligtum bietet die MTB3: Sie führt durch einen Buchenwald zur Fontana Madonna dell’Alto und anschließend zum letzten Anstieg zum Santuario Madonna dell’Alto auf 1827 Metern Höhe. Von Castellana Sicula verläuft die MTB3 über die Fraktion Nociazzi bis zu dem erschlossenen Bereich oberhalb des Mulino Petrolito.

Vom erschlossenen Bereich Piano Mulino aus beginnen zahlreiche Wege für verschiedene Aktivitäten. In der Nähe des Bergbrunnens von Piano Mulino steht eine alte, stillgelegte Wassermühle. Der Weg G8 „Le pietre e l’acqua“ beginnt in Castellana Sicula am Centro di Educazione Ambientale neben der kommunalen Turnhalle und verläuft von Tufo Gipsi zum archäologischen Areal von Muratore im Gebiet von Castellana Sicula. Bei Tufo Gipsi liegen die „Carcare“, Strukturen, die zur handwerklichen Verarbeitung von Gips genutzt wurden. Tufo Gipsi eignet sich besonders für lehrreiche Ausflüge mit naturkundlichem Schwerpunkt. Bei den Calanchi handelt es sich um geomorphologische Strukturen, die durch die Erosion von Oberflächenwasser in tonhaltigen Gesteinen entstehen.

Auch ältere Zeugnisse ergänzen das Landschaftsbild. Die Grotta del Vecchiuzzo diente vom dritten Jahrtausend bis in die ersten Jahrhunderte des zweiten Jahrtausends als Mehrfamilienwohnung. Am Cozzo Moro auf 1165 Metern Höhe befinden sich Reste von Körperbestattungsgräbern aus vorrömischer Zeit.

Traditionen und lokale Spezialitäten

Castellana Sicula bewahrt eine vielfältige Fest- und Handwerkstradition. Beim „Manciari di San Giuseppi“ am 19. März werden gemeinsame Tafeln mit lokalen und typischen Speisen aufgestellt, darunter Pasta mit Bohnen, Kabeljau, frittierte Kardonen und Sfinge, also gezuckerte Krapfen. Zu den lokal handwerklich hergestellten Lebensmitteln gehören Brot, Amaretti aus bitteren Mandeln, Käsekuchen und im Ofen gebackene Cassata.

Zum traditionellen Jahreslauf gehören außerdem der „Carnevale delle Madonie“ und der „Ballo della Cordella“. Der Karneval findet normalerweise am Sonntag vor dem Karnevalsdienstag statt und umfasst einen Umzug mit allegorischen Wagen und maskierten Gruppen. Mit der örtlichen Folkloregruppe ist der „Ballo della Cordella“ verbunden, ein alter Fruchtbarkeits- und Danktanz mit 24 Tänzern. Jeder Tänzer hält das Ende eines Bandes, dessen anderes Ende an der Spitze eines drei Meter hohen Pfahls befestigt ist. Zu den traditionellen Handwerken gehören Körbe und Tragkörbe aus Weidenzweigen und Schilfstreifen sowie Sättel, Bisaccia-Taschen, Häkelarbeiten und Spitzenstickerei.

Das „Centro Addestramenti Sicilia - Sport Equestri“ bietet Reitunterricht für jedes Alter und jedes Niveau, vom Freizeitsport bis zum professionellen Reiten.

Anreise über die SS120

Die Staatsstraße SS120 verbindet Castellana Sicula direkt mit der nahe gelegenen Autobahn.

Weitere Reiseziele für Ihre Planung sind San Nicola l'Arena, Alia, Masseria D'amari, Sommariva, Godrano, San Mauro Castelverde, Villagrazia und Cerda.

Mehr über die Region: Palermo.

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