Ferienhaus von privat mieten: Anbieter und Vertrag prüfen
Blick zwischen Felsen und Häusern auf einen dicht belegten Yachthafen.
Viele Urlauber glauben, ein besonderes Schnäppchen zu machen, wenn sie ein Ferienhaus privat buchen. Dies trifft in einigen Fällen auch tatsächlich zu. Wer von Bekannten oder Verwandten ein Ferienhaus mietet, braucht in der Regel keinen Betrug zu fürchten. Ist der Vermieter jedoch ein Unbekannter muss man etwas mehr vorsicht walten lassen. Sicher, die allermeisten Privatvermieter sind seriös - und ärgern sich selbst über die schwarzen Schafe. Wenn man auf einige kleinigkeiten achtet, wird man nicht auf einen Betrüger hereinfallen und die seriösen Privatanbieter finden.
Weil private Anbieter von Ferienimmobilien ausschließlich für die vereinbarte Leistung haften, sollte diese zumindest in einer Vereinbarung festgehalten werden. Ein Mietvertrag per (virtuellem) Handschlag bedeutet für den Mieter in der Regel Beweisprobleme wenn ein Problem auftaucht. Man muss auch bedenken, zu welchem Recht ein Mietvertrag geschlossen wird – bei ausländischen Vermietern ist dies in der Regel das Recht des Wohnortes oder dem Ort des Objektes. Deutsche Gerichte haben hier keinen langen Arm …
Bevor man Anzahlungen überweist, sollte man sich mit geeigneten Mitteln überzeugen, das es den Vermieter und sein Objekt auch wirklich gibt. Indizien dafür sind eine reguläre Postanschrift, eine Festnetztelefonnummer und ein persönlicher Kontakt. Auch ein Blick in Google Earth oder Google-Maps kann helfen, zumindest die Adresse des Objektes zu verifizieren. Aufpassen sollte man, wenn der Vermieter nur mit einer Handy-Nummer auftritt und evtl. Antwortemails nur über einen so genannten Freemail Adressen wie Hotmail, Yahoo oder web.de kommen. Schauen sie über die Google Suche, ob zum Namen oder dem Objekt bereits Eingaben vorhanden sind.
Vorsicht bei Ferienhäusern von Privat, die unrealistisch niedrige Preise haben. Wer vermietet will damit auch Renditen erzielen und wird sich normalerweise an vergleichbaren Mieten in seiner Region orientieren. Günstig kann man finden - wenns "billig oder gar "spottbillig wird kann entweder ein Menschenfreund, ein Dummkopf oder ein Betrüger am Werke sein. Wenn es zu billig wird, kann leicht eine Falle dahinter stecken. Geiz ist an dieser Stelle nicht geil – ein Schnäppchen machen kann man dagegen an sicheren Stellen, die günstige Ferienimmobilien anbieten.
Bei Internet-Portalen, bei denen der Eintrag kostenpflichtig ist, werden die Anbieter von Ferienimmobilien zumindest vorgeprüft – schließlich müssen sie für den Eintrag bezahlt haben und es liegen Kontoverbindungen vor. Ein größeres Risiko besteht, wenn der Vermieter ausschließlich auf kostenlosen Portalen inseriert – eine Prüfung durch die Portalbetreiber findet hier – auch technisch – nur in den seltenen Fällen statt.
Denken sie daran, das viele private Vermieter den Aufwand der Selbstvermarktung scheuen und Ihre Ferienimmobilie in professionelle Hände geben. Ein Teil des Mietpreises verbleibt dann bei der Vermietagentur, die allerdings auch für die Angebote Verantwortung trägt und in der Regel auch so genannte Sicherungsscheine ausstellen kann. Hinsichtlich des Aspektes der Sicherheit sind von Ferienimmobilienagenturen in Deutschland angebotene Objekte weit besser abgesichert, als das Ferienhäuser von Privat sein können. Die Agenturen beraten den Vermieter auch - ist der gewünschte Preis ein marktüblicher Preis oder zu teuer? - Denn die Agenturen wissen: wenn das Objekt marktunüblich teuer ist, wird es niemand mieten ... so öffnen sie einige Objekte erst für eine mögliche Vermietung, eine Vermietung, die von privat gar nicht stattgefunden hätte, weil eine unrealistische Preiseinschätzung des Privatvermieters vorlag.
Kurzfakten zum Thema
- Bei einer privaten Vermietung sollten Identität, Anschrift und Erreichbarkeit des Vermieters überprüfbar sein.
- Ausstattung, Lage und Zustand der Unterkunft sollten schriftlich und mit aktuellen Angaben beschrieben sein.
- Der Gesamtpreis muss auch Reinigung, Kaution, Verbrauchskosten und örtliche Abgaben berücksichtigen.
- Zahlungen über nachvollziehbare und abgesicherte Wege sind sicherer als schwer rückholbare Überweisungen.
- Mietvertrag, Buchungsbestätigung und Kommunikation sollten bis nach der Reise aufbewahrt werden.
Privates Angebot Schritt für Schritt prüfen
Ein privates Ferienhaus kann persönlich betreut und individuell ausgestattet sein. Entscheidend ist jedoch nicht die Bezeichnung „privat“, sondern ob Identität, Anschrift, Kontakt und Verfügungsberechtigung nachvollziehbar sind. Die allgemeine Auswahl erklärt Ferienhaus mieten; Warnzeichen bei Inseraten und Zahlungen behandelt Sicher Ferienhaus buchen.
Vor einer Zahlung sollten Zeitraum, Personenzahl, Haustiere, Gesamtpreis, Nebenkosten, Kaution, Rücktritt und Schlüsselübergabe schriftlich feststehen. Was ein Beherbergungsvertrag regelt, hilft bei der Einordnung. Wer den Reisezeitpunkt noch abstimmt, kann zusätzlich prüfen, wann ein Ferienhaus gebucht werden sollte.
Ausstattung und Lage konkret bestätigen
Fotos ersetzen keine genaue Beschreibung. Fragen Sie nach Betten, Küche, Heizung oder Klimatisierung, Internet, Parkplatz, Treppen und Außenbereich. Für die grundsätzliche Unterkunftswahl lohnt auch der Vergleich Hotel oder Ferienwohnung. Wer mehr Platz und Privatsphäre sucht, kann die Kriterien einer Ferienvilla vergleichen; außergewöhnliche Bauformen werden bei besonderen Ferienunterkünften erklärt.
Für die Anreise helfen die Reisevorbereitungen und die Urlaubscheckliste. Telefonnummer, Schlüsselort und Vorgehen bei verspäteter Ankunft sollten offline verfügbar sein.
Häufige Fragen zur privaten Ferienhausmiete
Ist eine private Vermietung automatisch günstiger?
Nein. Maßgeblich ist der vollständige Gesamtpreis einschließlich Reinigung, Wäsche, Verbrauchskosten und Kaution.
Welche Daten sollte der Vermieter nennen?
Name, erreichbare Anschrift, Kontaktmöglichkeit und eine nachvollziehbare Zuordnung zum angebotenen Objekt.
Wann sollte ich bezahlen?
Erst wenn Anbieter, Vertrag, Objekt und Zahlungsweg plausibel geprüft sind und die vereinbarten Leistungen schriftlich vorliegen.
Was gehört in den Vertrag?
Objekt, Zeitraum, Belegung, Preisbestandteile, Zahlung, Kaution, Hausregeln, Rücktritt und Übergabe.
Wie prüfe ich die Ausstattung?
Wichtige Merkmale schriftlich bestätigen lassen und nicht allein aus Fotos ableiten.
Was ist bei Haustieren wichtig?
Die Erlaubnis, mögliche Kosten, Grundstückssicherung und örtliche Regeln müssen konkret vereinbart sein.
Wie vermeide ich Probleme bei der Anreise?
Schlüsselübergabe, Erreichbarkeit, genaue Adresse und Vorgehen bei Verspätung vorab klären.
Was tun bei widersprüchlichen Angaben?
Vor der Buchung nachfragen und bei nicht plausibler Antwort auf das Angebot verzichten.
Foto: Dago Wiedamann